Westpommern · Stettin

Essen & Trinken in Stettin

Szczecin isst wie eine Hafenstadt: viel Fisch, dazu zwei Spezialitäten, die es so nur hier gibt. Der paprykarz szczeciński kommt aus der Dose und hat eine Geschichte, die bis nach Westafrika reicht. Der pasztecik ist eine frittierte Teigrolle, die seit den Sechzigerjahren an derselben Straße über die Theke geht.

Diese Seite sagt dir, was du probieren solltest, wo du einkaufst, wie eine Milchbar funktioniert und worauf du beim Bezahlen achten musst.

Auf einen Blick

  • Spezialitätpaprykarz szczeciński, Fischaufstrich aus der Dose
  • Straßenessenpasztecik szczeciński, frittierte Teigrolle
  • Klassikerpierogi, żurek, Fisch von der Ostsee
  • Günstig essenbar mleczny, die Milchbar
  • Trinkgeldrund zehn Prozent, beim Zahlen ansagen
  • BezahlenZłoty, Karte fast überall

Paprykarz szczeciński: die Dose mit Geschichte

Der paprykarz szczeciński ist ein Aufstrich aus zerkleinertem Fisch, Reis, Tomatenmark, Zwiebeln und Gewürzen mit Chili. Entwickelt wurde er in den Sechzigerjahren von der Szczeciner Hochseefischerei, angeregt durch ein westafrikanisches Gericht, das die Besatzungen auf ihren Fahrten kennengelernt hatten. Aus Beifang und Resten entstand ein Produkt, das bald das ganze Land kannte.

Heute steht er in jedem Supermarkt im Regal und ist das ehrlichste Mitbringsel der Stadt. Iss ihn so, wie er gedacht war: auf frisches Weißbrot, eine Scheibe Gurke dazu. Erwarte nichts Feines, das ist Proviant, und genau deshalb gehört er hierher.

Pasztecik szczeciński: frittiert, gefüllt, im Stehen

Der pasztecik ist eine längliche Rolle aus Hefeteig, gefüllt mit Fleisch, Kohl oder Pilzen und in Fett ausgebacken. Verkauft wird er in kleinen Bars, dazu trinkt man traditionell eine klare Brühe. Die bekannteste Adresse ist die Pastetenbar an der aleja Wojska Polskiego, die es seit den Sechzigerjahren gibt und in der die Teigrollen bis heute auf einer alten Maschine entstehen.

Das Ganze dauert fünf Minuten, kostet wenig und macht überraschend satt. Als Mittagessen zwischen zwei Programmpunkten ist es die praktischste Lösung der Stadt.

Fisch, und was sonst auf den Tisch kommt

Die Ostsee ist nah und der Hafen liegt vor der Tür. Hering in verschiedenen Marinaden, Dorsch und geräucherte Makrele findest du auf Speisekarten und am Marktstand. Dazu kommen die polnischen Klassiker: pierogi mit Quark und Kartoffeln oder mit Fleisch, żurek als saure Roggensuppe mit Ei und Wurst, bigos aus Sauerkraut und Fleisch, placki ziemniaczane als Kartoffelpuffer. Was das Land sonst kocht, steht auf der Seite Polnische Küche.

Milchbar: günstig essen mit eigenen Regeln

Der bar mleczny ist eine bezuschusste Kantine aus sozialistischer Zeit, die es bis heute gibt. Du liest die Karte an der Wand, bestellst an der Theke, zahlst sofort und wartest, bis dein Gericht aufgerufen wird. Das Geschirr bringst du selbst zurück.

Die Karte hängt auf Polnisch aus, oft ohne Übersetzung. Zeig auf das, was du willst, oder lern vorher drei Wörter. Für ein warmes Mittagessen zahlst du hier weniger als in Berlin für einen Kaffee mit Kuchen.

Tipp: Geh einmal auf den großen Markt im Stadtteil Turzyn. Dort kaufst du Obst, Käse, Räucherfisch und eingelegtes Gemüse an denselben Ständen wie die Nachbarschaft, und du siehst, was gerade Saison hat. Ein Picknick auf Jasne Błonia oder oben an der Hakenterrasse ist danach naheliegend.

Trinken

Szczecin hat eine eigene Brauerei mit langer Geschichte, ihr Bier steht in jeder Kneipe der Stadt. Daneben ist die Zahl kleiner Brauereien in Polen stark gewachsen, viele Lokale führen wechselnde Sorten vom Fass. Wódka gehört zur Kultur, wird im Alltag aber seltener getrunken, als das Klischee behauptet: Zum Essen bestellt kaum jemand Schnaps.

Kaffee ist gut und wird ernst genommen, Röstereien mit eigener Bar findest du in der Innenstadt und auf der Hafeninsel. Leitungswasser kommt selten unaufgefordert auf den Tisch, du bestellst Wasser mit oder ohne Kohlensäure.

Gut zu wissen: Gezahlt wird in Złoty, Karte funktioniert auch beim Bäcker und am Imbiss. Lehne am Terminal die Abrechnung in Euro ab, sonst zahlst du den Aufschlag der dynamischen Währungsumrechnung. Trinkgeld ist üblich, aber moderat: rund zehn Prozent, wenn es dir gefallen hat. Sag den Betrag beim Zahlen an, sonst bekommst du das Wechselgeld zurück.

Wo du isst, und wo besser nicht

Rund um die Terrasse und die großen Plätze gibt es Lokale, die vor allem von der Lage leben. Die besseren Adressen liegen eine Straße weiter, in den Seitenstraßen der Innenstadt und in den umgebauten Speichern auf der Hafeninsel. Ein Blick durch die Tür hilft: Wo mittags Einheimische sitzen, stimmt das Verhältnis von Preis und Teller.

Das Preisniveau liegt deutlich unter dem in Berlin, und zwar quer durch alle Kategorien. Wo du am besten wohnst, steht unter Hotels in Stettin, den Überblick über die Stadt gibt der Stadt-Guide Stettin, alle Ziele findest du unter Stettin Sehenswürdigkeiten.

Häufige Fragen

Was ist paprykarz szczeciński?

Ein Aufstrich aus zerkleinertem Fisch, Reis, Tomatenmark, Zwiebeln und Gewürzen mit Chili, entwickelt in den Sechzigerjahren von der Szczeciner Hochseefischerei nach dem Vorbild eines westafrikanischen Gerichts. Er kommt aus der Dose, steht in jedem Supermarkt und schmeckt am besten auf frischem Weißbrot. Als Mitbringsel ist er das ehrlichste Souvenir der Stadt.

Was ist ein pasztecik szczeciński?

Eine längliche Rolle aus Hefeteig, gefüllt mit Fleisch, Kohl oder Pilzen und in Fett ausgebacken. Man isst sie im Stehen, traditionell mit einer klaren Brühe dazu. Verkauft wird sie in kleinen Bars, die bekannteste liegt an der aleja Wojska Polskiego und macht das seit den Sechzigerjahren. Schnell, günstig und überraschend sättigend.

Wie teuer ist Essengehen in Stettin?

Deutlich günstiger als in Berlin, und das quer durch alle Kategorien, vom Imbiss bis zum Restaurant mit Tischtuch. Am wenigsten zahlst du in einer Milchbar, wo ein warmes Mittagessen kaum mehr kostet als anderswo ein Kaffee. Gezahlt wird in Złoty, Kartenzahlung funktioniert praktisch überall.

Wie funktioniert eine polnische Milchbar?

Du liest die Karte an der Wand, bestellst an der Theke, zahlst sofort und wartest, bis dein Gericht aufgerufen wird. Danach räumst du das Geschirr selbst weg. Die Karte hängt meist nur auf Polnisch aus, Zeigen ist erlaubt. Serviert werden einfache Gerichte wie Suppen, pierogi und Kartoffelpuffer.

Kann man in Stettin überall mit Karte bezahlen?

Fast überall, auch kontaktlos und für kleine Beträge, vom Bäcker bis zum Ticketautomaten. Etwas Bargeld in Złoty lohnt sich trotzdem für Marktstände und kleine Imbisse. Wichtig: Bietet dir das Terminal die Abrechnung in Euro an, lehne ab und wähle Złoty, sonst zahlst du den Aufschlag der dynamischen Währungsumrechnung.