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Polnisch für die Reise: die Sätze, die wirklich helfen

Polnisch sieht auf dem Papier abschreckend aus. „Szczęśliwej podróży“ hat mehr Konsonanten, als ein deutscher Mund gewohnt ist, und die Ortsnamen auf den Autobahnschildern helfen auch nicht. Die gute Nachricht: Die Aussprache folgt festen Regeln. Wer sechs davon kennt, kann jedes polnische Wort vorlesen, ohne es zu verstehen.

Und du brauchst gar nicht viel. Fünf Höflichkeitswörter, zehn Sätze für Lokal, Laden und Bahnhof, dazu ein Gefühl dafür, wann Englisch reicht und wann Deutsch weiterhilft. Der Rest ist Zeigen, Lächeln und ein Übersetzungsprogramm im Handy.

Polnisch für die Reise: die Sätze, die wirklich helfen
Foto: Yarl, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • SprachePolnisch, westslawisch, mit lateinischer Schrift
  • Betonungfast immer auf der vorletzten Silbe
  • Wichtigstes Wort„dzień dobry“ beim Betreten jedes Ladens
  • Höflichkeitsformpan für Männer, pani für Frauen
  • Englischin Städten und im Tourismus verlässlich
  • Deutscheher im Westen, an der Küste und in Masuren

Wie viel Polnisch brauchst du wirklich?

Ehrlich gesagt wenig. In Krakau, Warschau, Danzig und Breslau kommst du mit Englisch durch. In Hotels, Museen, Restaurants und an Ticketschaltern arbeiten überwiegend junge Leute, und deren Englisch ist gut bis sehr gut. Schwieriger wird es außerhalb des Tourismus: beim Busfahrer auf dem Land, in der Apotheke einer Kleinstadt, am Schalter eines Regionalbahnhofs.

Trotzdem lohnen sich fünf Wörter, und zwar mehr als in vielen anderen Ländern. Polen ist im Alltag höflich und förmlich. Wer einen Laden, eine Bäckerei oder ein Wartezimmer betritt, sagt „dzień dobry“, und wer wortlos hereinkommt, gilt als unhöflich. Beim Hinausgehen sagt man „do widzenia“. Das kostet zwei Sekunden und verändert den Ton eines ganzen Gesprächs.

Aussprache: sechs Regeln, dann kannst du lesen

Buchstaben klingt wie Beispiel
w deutsches w Warszawa: „Warschawa“
ł englisches w, wie in „well“ Łódź: „Wutsch“
sz und cz sch und tsch Szczecin: „Schtschetschin“
rz und ż j wie in „Journal“ Rzeszów: „Jeschuf“
c z wie in „Zange“ cena: „zena“
ó und u beide u Kraków: „Krakuf“

Dazu drei Kleinigkeiten, die den Rest erklären. Die Betonung liegt fast immer auf der vorletzten Silbe, ohne Ausnahmen, über die man streiten müsste. Am Wortende werden weiche Konsonanten hart, deshalb wird aus dem w in Kraków ein f. Und die Nasale ą und ę klingen wie das französische „on“ und „en“, am Wortende schluckt man das ę meist zu einem einfachen e: „proszę“ wird zu „prosche“.

Damit kannst du Schilder lesen. Wrocław ist „Wrotswaf“, Gdańsk ist „Gdanjsk“, Poznań ist „Posnanj“, Zakopane ist „Sakopane“ mit stimmhaftem s am Anfang. Sprich es ruhig laut aus, bevor du am Fahrkartenschalter stehst.

Die Sätze, die wirklich helfen

Deutsch Polnisch Aussprache
Guten Tag dzień dobry „dschjenj dobry“
Guten Abend dobry wieczór „dobry wjetschur“
Auf Wiedersehen do widzenia „do widsenja“
Hallo und Tschüss (vertraut) cześć „tscheschtsch“
bitte proszę „prosche“
danke dziękuję „dschjenkuje“
Entschuldigung przepraszam „pscheprascham“
ja und nein tak, nie „tak“, „nje“
Ich spreche kein Polnisch nie mówię po polsku „nje muwje po polsku“
Spricht der Herr Englisch? czy pan mówi po angielsku? „tschy pan muwi po angjelsku“
Ich hätte gern … poproszę … „poprosche“
Was kostet das? ile to kosztuje? „ile to koschtuje“
Die Rechnung, bitte poproszę rachunek „poprosche rachunek“
Ich zahle mit Karte płacę kartą „pwatse kartom“
Wo ist die Toilette? gdzie jest toaleta? „gdsche jest toaleta“
Guten Appetit smacznego „smatschnego“
Zum Wohl na zdrowie „na sdrowje“
Hilfe! pomocy! „pomotsy“

Pan und pani: die höfliche Anrede

Das Polnische löst die Höflichkeit anders als das Deutsche. Es gibt kein eigenes Pronomen dafür, stattdessen spricht man Fremde in der dritten Person an: „czy pan ma …“ heißt wörtlich „hat der Herr …“, „czy pani wie …“ entsprechend „weiß die Dame …“. Für dich reicht die Kurzform: „proszę pana“ für einen Mann, „proszę pani“ für eine Frau, wenn du jemanden ansprechen willst. Im Lokal rufst du nicht „hallo“ quer durch den Raum, sondern sagst „przepraszam“, sobald jemand in der Nähe ist.

Das vertraute „ty“ bleibt Freunden, Familie und jungen Leuten untereinander vorbehalten. Wenn dich jemand duzt, kannst du zurückduzen, sonst bleib bei pan und pani. In Hostels, Craftbier-Bars und unter Studierenden ist der Ton lockerer, im Amt, in der Apotheke und im Taxi eher förmlich.

Tipp: Üb drei Wörter, bevor du fährst, und zwar genau diese: „dzień dobry“, „dziękuję“ und „przepraszam“. Damit deckst du Begrüßung, Dank und jede Situation ab, in der du dich durchdrängeln, etwas erfragen oder dich entschuldigen musst. Alles andere lässt sich zeigen.

Falsche Freunde und Schilder, die du kennen solltest

Ein paar Wörter sehen bekannt aus und bedeuten etwas anderes. „Sklep“ ist ein Laden, kein Keller. „Kanapka“ ist ein belegtes Brot, kein Sofa. „Dywan“ ist ein Teppich, „lato“ der Sommer, „droga“ die Straße und „puszka“ eine Dose. „Kot“ ist eine Katze. Wer das weiß, liest Speisekarten und Schaufenster entspannter.

Wichtiger sind die Schilder. „Wejście“ ist der Eingang, „wyjście“ der Ausgang, und die beiden Wörter unterscheiden sich um einen Buchstaben. „Nieczynny“ heißt außer Betrieb oder geschlossen und hängt an Kassen, Aufzügen und Toiletten. „Remont“ bedeutet Umbau, „zakaz“ Verbot, „uwaga“ Achtung. Am Bahnhof brauchst du „peron“ für den Bahnsteig, „tor“ für das Gleis und „kasa biletowa“ für den Fahrkartenschalter. Warum diese drei Wörter im Bahnhof entscheidend sind, steht unter Mit dem Zug durch Polen.

Wo Deutsch hilft und wo nicht

Deutsch ist in Polen keine Fremdsprache wie jede andere. Im Westen des Landes, an der Ostseeküste, in Masuren und in den Kurorten arbeiten viele Menschen mit deutschen Gästen und sprechen entsprechend gut Deutsch. In Stettin, in den Bergorten Niederschlesiens und in Danzig wirst du damit oft weiterkommen als mit Englisch. Bei älteren Menschen in Oberschlesien ist Deutsch manchmal Familiensprache.

Trotzdem gilt: Frag erst, ob es recht ist, und fang nicht einfach auf Deutsch an. Die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg ist in Polen in jeder Familie präsent, und die Sprache ist damit für manche verbunden. Ein „przepraszam, czy mówi pan po niemiecku?“ öffnet mehr Türen als ein forsches „Sprechen wir Deutsch?“. Russisch übrigens versteht die ältere Generation, aber niemand freut sich darüber.

Gut zu wissen: Manche polnischen Alltagswörter kommen aus dem Deutschen, weil viele Städte im Mittelalter nach deutschem Recht angelegt wurden. „Rynek“ kommt vom Ring, „ratusz“ vom Rathaus, „gmina“ von Gemeinde, „kelner“ vom Kellner, „handel“ vom Handel. Wenn du im Zentrum das Schild „Rynek“ siehst, stehst du am Marktplatz, und wenn dort „Ratusz“ steht, ist das Rathaus gemeint.

Zahlen, Uhrzeit und der Rest

Zahlen brauchst du seltener, als du denkst, weil an der Kasse alles auf dem Display steht und du ohnehin mit Karte zahlst. Wenn du sie doch brauchst: jeden, dwa, trzy, cztery, pięć, sześć, siedem, osiem, dziewięć, dziesięć. Preise werden in Złoty genannt, nie in Euro. Warum du an der Kasse trotzdem manchmal nach Euro gefragt wirst und immer ablehnst, steht unter Bezahlen in Polen.

Und für die Speisekarte reicht ein knappes Vokabular: „woda niegazowana“ ist stilles Wasser, „gazowana“ das mit Kohlensäure, „bez mięsa“ heißt ohne Fleisch, „kawa“ ist Kaffee, „herbata“ Tee, „piwo“ Bier. Die wichtigsten Gerichte samt Erklärung findest du unter Essen in Polen.

Häufige Fragen

Kommt man in Polen mit Englisch durch?

In den Städten ja. In Hotels, Restaurants, Museen und an Bahnschaltern sprechen vor allem jüngere Menschen gut Englisch, in Krakau, Warschau, Danzig und Breslau ist es praktisch Standard. Auf dem Land, in Bussen und in Behörden wird es dünner. Dort helfen ein Übersetzungsprogramm auf dem Handy und ein paar Höflichkeitswörter mehr als Lautstärke.

Wie spricht man Wrocław aus?

Ungefähr „Wrotswaf“. Das ł klingt wie ein englisches w, das c vor dem ł wie ein deutsches z, und das w am Wortende wird zu einem f. Nach demselben Muster wird Kraków zu „Krakuf“, Łódź zu „Wutsch“ und Poznań zu „Posnanj“. Der deutsche Name Breslau ist in Polen bekannt, auf Schildern und Fahrkarten steht aber immer Wrocław.

Wird in Polen Deutsch gesprochen?

Häufiger, als man denkt, aber nicht überall. Im Westen des Landes, an der Ostseeküste, in Masuren und in den Kurorten arbeiten viele Menschen mit deutschen Gästen. Bei älteren Menschen in Oberschlesien ist Deutsch teils Familiensprache. Frag trotzdem höflich nach, statt einfach auf Deutsch loszulegen; das kommt deutlich besser an.

Was heißt danke auf Polnisch?

„Dziękuję“, gesprochen etwa „dschjenkuje“. Vorsicht an einer Stelle: Wenn du beim Bezahlen Geld überreichst und dabei „dziękuję“ sagst, verstehen alle „stimmt so“, und das Wechselgeld bleibt beim Kellner. Willst du herausbekommen, nenn den Betrag, den du zahlen möchtest, und bedank dich erst danach.

Ist Polnisch schwer zu lernen?

Als Sprache mit sieben Fällen und beweglicher Wortbildung ja. Für die Reise ist das aber egal, denn du brauchst keine Grammatik, sondern zwanzig feste Wendungen. Die Aussprache folgt klaren Regeln und die Betonung liegt fast immer auf der vorletzten Silbe. Wer die sechs wichtigsten Buchstabenkombinationen kennt, kann jedes Schild vorlesen.