Auf einen Blick
- Polnischer NameWały Chrobrego
- Gebautzwischen 1902 und 1921
- ArchitektWilhelm Meyer-Schwartau, Stadtbaurat
- Längerund 500 Meter über der Oder
- Dauer30 bis 45 Minuten, mit Museum 2 Stunden
Eine Terrasse, gebaut für den Blick
Wo heute die Balustrade steht, lagen früher Festungsanlagen und danach Hafenbetrieb. Als Stettin um 1900 wuchs und Geld hatte, entschied die Stadt, sich an dieser Kante eine Repräsentationsfläche zu bauen. Zwischen 1902 und 1921 entstand die Terrasse mit ihren Treppen, Pavillons und Anlagen, geplant von Stadtbaurat Wilhelm Meyer-Schwartau.
Das Ergebnis ist ungewöhnlich für eine Hafenstadt. Statt den Fluss hinter Speichern zu verstecken, macht Szczecin ihn zur Bühne. Du stehst oben, unter dir liegen Kais und Boote, gegenüber Kräne und Docks, und der Blick geht flussabwärts, wo der Hafen weitergeht.
Gut zu wissen: Der deutsche Name erinnert an Hermann Haken, den Oberbürgermeister, unter dem die Anlage begonnen wurde. Seit 1945 heißt sie Wały Chrobrego, nach Bolesław Chrobry, dem ersten polnischen König. Auf Wegweisern, Fahrplänen und Stadtplänen steht ausschließlich der polnische Name, präg ihn dir ein, sonst fragst du in der Stadt vergeblich.
Die Häuser auf der Terrasse
Hinter der Balustrade stehen drei große Bauten aus derselben Zeit: das Nationalmuseum, das heutige Woiwodschaftsamt und die Seefahrtsakademie. Sie sind schwer, symmetrisch und aus rotem Backstein und hellem Stein gemischt, ein Ensemble, das den Anspruch der Stadt zeigen sollte und das bis heute genau das tut.
Das Nationalmuseum ist der Teil, den du betreten kannst. Es zeigt unter anderem Kunst und Kunsthandwerk aus Pommern, dazu maritime Sammlungen. Für einen Regentag ist es die naheliegendste Adresse an dieser Stelle, und du brauchst dafür keinen Termin.
Die Freitreppe zum Wasser
In der Mitte der Terrasse führt eine breite Treppe hinunter zum Ufer. Sie ist der Grund, warum diese Anlage funktioniert: Du bleibst nicht oben stehen, sondern gehst hinunter und stehst plötzlich auf Wasserhöhe zwischen Pollern und Tauen.
Unten legen die Ausflugsboote ab. Eine Hafenrundfahrt dauert rund eine Stunde und führt an Werften, Docks und Speichern vorbei, im Sommer fahren sie mehrmals täglich, außerhalb der Saison deutlich seltener. Wer noch weiter will, läuft die Uferpromenade entlang und schaut von der anderen Flussseite zurück auf die Terrasse.
Tipp: Komm am späten Nachmittag. Die Terrasse liegt am Westufer und schaut nach Osten, das heißt: Die tief stehende Sonne kommt von hinten und legt sich auf Kräne, Schiffe und das gegenüberliegende Ufer. Am Vormittag stehst du gegen das Licht, was für den Blick gut ist und für Fotos schlecht.
Was hier los ist
An warmen Wochenenden gehört die Terrasse den Familien der Stadt, im Sommer finden hier die großen Hafenfeste statt, und dann ist unten am Wasser mehr los als oben. Unter der Woche ist es ruhig, selbst mittags. Bänke gibt es reichlich, Schatten nur an den Rändern.
Verpflegung suchst du dir besser vorher oder hinterher, oben auf der Terrasse gibt es außerhalb der Saison wenig. Was sich in der Innenstadt lohnt, steht auf der Seite Essen und Trinken in Stettin. Und pack eine Jacke ein: Über dem Fluss zieht es fast immer, auch wenn es zwei Straßen weiter windstill ist.
Tickets: Die Terrasse selbst ist frei zugänglich und rund um die Uhr offen, für die Freitreppe und die Uferpromenade gilt dasselbe. Bezahlen musst du für das Nationalmuseum und für die Hafenrundfahrt, beides bekommst du an der Kasse beziehungsweise am Anleger. Gezahlt wird in Złoty, Karte funktioniert, in Euro rechnest du am Terminal nicht ab.
Was direkt daneben liegt
Fünf Gehminuten südlich steht das Schloss der Pommernherzöge, gleich dahinter die Philharmonie mit dem Platz des Centrum Dialogu Przełomy. In die andere Richtung führt der Weg am Wasser Richtung Werften. Alle Orte der Stadt im Überblick findest du unter Stettin Sehenswürdigkeiten, und wie du hinkommst, steht unter Verkehr in Stettin.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll wird es nur an warmen Wochenenden und bei den Hafenfesten im Sommer. Geh dann die Freitreppe hinunter und an der Uferpromenade weiter, unten verteilt sich die Menge sofort. Wer Ruhe will, kommt unter der Woche am Vormittag.
- Wenn es regnetDas Nationalmuseum steht direkt an der Terrasse und braucht keine Voranmeldung. Fünf Minuten weiter liegen das Schloss mit seinen Ausstellungen sowie die Philharmonie und das Centrum Dialogu Przełomy, damit füllst du einen ganzen Regentag, ohne lange draußen zu sein.
- Mit KindernFunktioniert gut. Die Fläche ist groß, autofrei und eben, Kinder können laufen, und die Schiffe unten sind das eigentliche Argument. Die Freitreppe ist breit und steil, kleine Kinder nimmst du dort an die Hand. Eine Hafenrundfahrt hält Kinder eine Stunde bei Laune.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Terrasse selbst ist eben, breit und gut befahrbar, der Belag ist überwiegend glatt. Die große Freitreppe hat keine Rampe, zum Ufer kommst du stattdessen über die Straßen an den Enden der Anlage. Die Museumsgebäude dahinter haben Stufen an den Haupteingängen, nach barrierefreien Zugängen fragst du am besten vor Ort.
Häufige Fragen
Was ist die Hakenterrasse in Stettin?
Eine rund fünfhundert Meter lange Terrassenanlage über der Oder, gebaut zwischen 1902 und 1921 nach Plänen von Wilhelm Meyer-Schwartau. Auf Polnisch heißt sie Wały Chrobrego. Dahinter stehen Nationalmuseum, Woiwodschaftsamt und Seefahrtsakademie, davor führt eine breite Freitreppe hinunter zum Hafen. Sie ist frei zugänglich.
Was kann man an der Hakenterrasse machen?
Oben entlanglaufen und auf den Hafen schauen, die Freitreppe hinuntergehen, am Wasser weiterlaufen und eine Hafenrundfahrt machen. Das Nationalmuseum direkt an der Terrasse ist die Alternative bei Regen. Für die Terrasse allein reichen dreißig bis fünfundvierzig Minuten, mit Museum und Boot wird ein halber Tag daraus.
Kostet die Hakenterrasse Eintritt?
Nein. Die Terrasse, die Freitreppe und die Uferpromenade sind frei zugänglich und rund um die Uhr offen. Eintritt zahlst du nur für das Nationalmuseum und für die Hafenrundfahrt, beides in Złoty an der Kasse oder am Anleger. Lehne am Terminal die Abrechnung in Euro ab.
Wann ist das Licht an der Hakenterrasse am besten?
Am späten Nachmittag. Die Anlage liegt am Westufer und blickt nach Osten, die tief stehende Sonne kommt also von hinten und beleuchtet Kräne, Schiffe und das gegenüberliegende Ufer. Am Vormittag schaust du ins Gegenlicht. Bei Wind und Nieselregen ist die offene Fläche ungemütlich, dann lohnt sie kaum.
Kann man von der Hakenterrasse eine Hafenrundfahrt machen?
Ja, die Ausflugsboote legen unten am Kai an der Freitreppe ab. Eine Rundfahrt dauert etwa eine Stunde und führt an Werften, Docks und Speichern vorbei. Im Sommer fahren sie mehrmals täglich, außerhalb der Saison deutlich seltener und wetterabhängig. Tickets bekommst du am Anleger, bezahlt wird in Złoty.





