Auf einen Blick
- Vom MeerHering, Dorsch, Flunder, viel Geräuchertes
- KlassikerPierogi, Żurek, Bigos, Kartoffelpuffer
- Regionalkaschubische Küche mit Pilzen und Kartoffeln
- LikörGoldwasser mit Blattgold, seit 1598 in der Stadt
- MarktMarkthalle in der Altstadt, Jahrmarkt im Sommer
- BezahlenZłoty, Karte fast überall, etwas Bargeld für Stände
Fisch, und zwar richtig
Der Hering ist das Grundnahrungsmittel dieser Küste. Du bekommst ihn in Öl mit Zwiebeln, in Sahne mit Apfel oder sauer eingelegt, meist als Vorspeise zu Brot und einem Klaren. Dazu kommen Dorsch und Flunder, gebraten oder geräuchert, und in den Lokalen am Wasser Fischsuppe.
An der Küste heißen die einfachen Fischbratereien smażalnia. Du zeigst auf den Fisch, er wird gewogen und frisch gebraten, dazu gibt es Kartoffeln und Krautsalat. Das ist nicht schick, aber es ist das Beste, was die Region kulinarisch zu bieten hat. Besonders dicht stehen sie in Sopot und an den Stränden weiter nördlich.
Ein Klassiker, der überall auf der Karte steht, ist Fisch nach griechischer Art: gebratener Weißfisch unter einer Schicht geschmorter Möhren und Zwiebeln, kalt serviert. Mit Griechenland hat er nichts zu tun, mit polnischen Weihnachten sehr viel.
Pierogi und die Klassiker des Landes
Pierogi sind Teigtaschen, gekocht oder danach angebraten. Die Füllungen: ruskie mit Kartoffel und Quark, mit Fleisch, mit Sauerkraut und Pilzen, süß mit Blaubeeren. Zwölf Stück sind eine Hauptmahlzeit, sechs eine Vorspeise.
Dazu die Standards: żurek, eine säuerliche Mehlsuppe mit Wurst und Ei, oft im ausgehöhlten Brotlaib serviert. Bigos, das lange geschmorte Kraut mit Fleisch, das erst beim zweiten Aufwärmen richtig wird. Und placki ziemniaczane, Kartoffelpuffer, herzhaft mit Gulasch oder schlicht mit Sauerrahm. Mehr zur Landesküche steht auf der Seite Polnische Küche.
Kaschubisch: die Küche des Umlands
Rund um Gdańsk beginnt Kaschubien, eine Region mit eigener Sprache und eigenen Gerichten. Auf den Karten findest du Pilze aus den Wäldern, Kartoffelgerichte, Süßwasserfisch aus den Seen und im Frühsommer Erdbeeren, die als Spezialität der Region gelten und einen geschützten Namen tragen.
Goldwasser und Machandel
Der bekannteste Danziger Likör ist Goldwasser: ein Kräuterlikör mit feinen Blattgoldflocken, die im Glas schweben. Er geht auf eine Manufaktur zurück, die Ende des 16. Jahrhunderts in der Stadt gegründet wurde, und wird bis heute nach demselben Prinzip gemacht. Süß, kräftig, als Digestif gedacht und nicht als Getränk zum Abend.
Die zweite lokale Eigenheit ist Machandel, ein Wacholderschnaps. Traditionell trinkst du ihn zusammen mit einer Trockenpflaume, die auf einem Holzstäbchen serviert wird: erst der Schnaps, dann die Pflaume, dann das Stäbchen brechen. Wer das kennt, gilt sofort als jemand, der schon einmal hier war.
Gut zu wissen: Wódka wird in Polen zum Essen getrunken, nicht als Aperitif, und immer kalt in kleinen Gläsern. Trinken auf offener Straße ist dagegen verboten, das Bier auf der Hafenmauer kann teuer werden. In vielen Lokalen gibt es Wasser nur in Flaschen, Leitungswasser wird selten von selbst serviert.
Günstig essen: Milchbar und Markthalle
Die bar mleczny, also Milchbar, ist eine staatlich gestützte Kantine aus sozialistischer Zeit, die es bis heute gibt. Ablauf: Karte an der Wand lesen, an der Kasse bestellen und zahlen, warten, bis dein Gericht aufgerufen wird, Tablett am Ende selbst zurückbringen. Mittags gehen, nicht abends, und etwas Bargeld einstecken.
In der Altstadt steht die Markthalle von 1896, ein Backsteinbau mit Ständen für Obst, Käse, Wurst und Fisch. Im Sommer kommt der große Jahrmarkt dazu, der seit dem Mittelalter jedes Jahr für mehrere Wochen die Innenstadt füllt und neben Trödel auch viele Essensstände hat.
Wo du am Langen Markt nicht essen solltest
Am Langen Markt und an der Uferpromenade zahlst du die Lage mit. Lokale mit Speisekarten in sechs Sprachen, Fotos der Gerichte und jemandem, der dich hereinbittet, überspringst du. Eine Gasse weiter, in Richtung Altstadt oder in die Seitenstraßen der Ulica Długa, isst du besser und deutlich günstiger.
Zweiter Punkt: Bei Fisch, der pro hundert Gramm ausgezeichnet ist, fragst du vor dem Bestellen nach dem Gesamtpreis für dein Stück. Das ist üblich, niemand nimmt es dir übel, und es verhindert Überraschungen auf der Rechnung.
Tipp: Reservier abends, vor allem von Donnerstag bis Samstag und im Juli und August. Die guten Adressen im Zentrum sind klein, und die Kreuzfahrtgäste sind zwar tagsüber da, die Wochenendgäste aus Warschau aber abends. Weitere Alltagsregeln stehen auf der Seite Insider-Tipps für Danzig.
Bezahlen, Trinkgeld, Sonntag
Bezahlt wird in Złoty, Kartenzahlung funktioniert praktisch überall, auch für den Kaffee. Lehn die Abrechnung in Euro am Terminal ab und wähle Złoty, sonst zahlst du den Aufschlag der Umrechnung. Wie das genau läuft, erklärt der Beitrag Bezahlen in Polen.
Trinkgeld liegt bei etwa zehn Prozent, gib es, indem du den Gesamtbetrag nennst. Ein „dziękuję“ beim Übergeben von Geld oder Karte wird oft als „stimmt so“ verstanden. Und plan den Sonntag mit: An den meisten Sonntagen gilt in Polen ein Handelsverbot, Supermärkte bleiben zu, Restaurants und Cafés haben geöffnet.
Häufige Fragen
Was muss man in Danzig unbedingt probieren?
Hering in seinen Varianten, gebratenen oder geräucherten Ostseefisch aus einer smażalnia, Pierogi und Żurek. Dazu als lokale Besonderheit den Kräuterlikör Goldwasser mit Blattgoldflocken und den Wacholderschnaps Machandel mit Trockenpflaume. Wer Zeit hat, isst einmal in einer Milchbar mittags, das ist günstig und ehrlich.
Was ist Goldwasser?
Ein Kräuterlikör aus Danzig mit feinen Blattgoldflocken, die im Glas schweben. Er geht auf eine Manufaktur zurück, die Ende des 16. Jahrhunderts in der Stadt gegründet wurde. Der Geschmack ist süß und würzig, getrunken wird er als Digestif in kleinen Mengen. Als Mitbringsel gibt es ihn in vielen Läden der Rechtstadt.
Ist Essen gehen in Danzig teuer?
Insgesamt liegt das Niveau unter dem in Deutschland, in den Lagen am Langen Markt und an der Uferpromenade aber kaum noch. Eine Gasse weiter zahlst du spürbar weniger für besseres Essen. Am günstigsten isst du mittags in einer Milchbar. Bezahlt wird in Złoty, die Abrechnung in Euro lehnst du am Terminal ab.
Wo isst man in Danzig frischen Fisch?
In den einfachen Bratereien, die smażalnia heißen, vor allem an der Küste in Sopot, Gdynia und an den Stränden. Dort wird der Fisch gewogen und frisch gebraten. In der Rechtstadt findest du Fisch in fast jedem Lokal, achte bei Preisen pro hundert Gramm darauf, vorher den Gesamtpreis für dein Stück zu erfragen.
Was ist eine Milchbar und wie bestellt man dort?
Eine bar mleczny ist eine staatlich gestützte Kantine mit einfachen polnischen Gerichten. Du liest die Karte an der Wand, bestellst und zahlst an der Kasse, wartest auf den Aufruf und bringst das Tablett am Ende selbst zurück. Geh mittags, abends sind viele geschlossen, und hab etwas Bargeld dabei.




