Auf einen Blick
- WoiwodschaftPommern (Pomorskie)
- Polnischer NameGdańsk
- DreistadtGdańsk, Sopot und Gdynia, verbunden durch die SKM
- Für die Rechtstadt2 bis 3 Tage
- Vorher buchenMuseum des Zweiten Weltkriegs, Solidarność-Zentrum
- Beste ReisezeitJuni bis September
Die 15 wichtigsten Orte in Gdańsk
Die Reihenfolge ist eine Empfehlung, keine Rangliste. Wer nur einen Tag hat, macht die Nummern 1 bis 8 und ist zufrieden: Die liegen alle in der Rechtstadt, und du läufst zwischen ihnen nie länger als zehn Minuten.
1 Langer Markt und Rechtstädtisches Rathaus
Der Długi Targ ist die breite Osthälfte des Königswegs, links und rechts gesäumt von schmalen Häusern mit hohen Giebeln. In der Mitte steht der Neptunbrunnen, seit 1633 das Wahrzeichen der Stadt, daneben der Artushof, in dem die Kaufleute ihre Geschäfte machten.
Der Rathausturm ist gut achtzig Meter hoch und trägt oben eine vergoldete Königsfigur. Innen sitzt heute das Stadtmuseum mit dem Roten Saal, dessen Deckenbild die Stadt als Handelsmacht feiert. Alles dazu steht auf der Seite zum Langen Markt.
2 Ulica Długa und Goldenes Tor
Die Langgasse führt vom Goldenen Tor am Westende schnurgerade auf den Langen Markt zu. Zusammen ergeben beide die Droga Królewska, den Weg, den die polnischen Könige bei ihren Besuchen nahmen.
Sieh dabei einmal nach unten statt nach oben: Vor vielen Häusern liegen erhöhte Terrassen mit Steinbänken und schmiedeeisernen Gittern. Diese Beischläge waren im 17. Jahrhundert Statussymbol und Wohnzimmer zugleich, und sie sind nach 1945 mit rekonstruiert worden.
3 Marienkirche
Eine der größten Backsteinkirchen der Welt, rund 105 Meter lang, innen weiß getüncht und überraschend hell. An der Nordseite steht die astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert, eine der größten ihrer Art.
Vom Turm siehst du über die Dächer bis zur Werft und zur Ostsee. Es sind rund 400 Stufen und kein Aufzug. Öffnungslogik, Kleiderordnung und was du im Inneren suchen solltest, steht auf der Seite zur Marienkirche.
4 Ulica Mariacka und der Bernstein
Die Frauengasse zwischen Marienkirche und Fluss ist die schönste Straße der Stadt. Beischläge mit Wasserspeiern, Kellertreppen, und in fast jedem Souterrain sitzt eine Bernsteinwerkstatt.
Bernstein ist hier kein Souvenirthema, sondern ein Handwerk mit eigener Prüfstelle. Wie du echten Ostseebernstein von gepresstem Kunststoff unterscheidest, steht unter Bernstein.
5 Krantor und Długie Pobrzeże
Das Żuraw ist das Bild, das jeder von Gdańsk kennt: zwei Backsteintürme, dazwischen ein hölzerner Kasten, aus dem der Kranbalken über das Wasser ragt. Gebaut in der heutigen Form ab 1442, betrieben von Männern, die in großen Trägrädern liefen.
Davor zieht sich die Uferpromenade Długie Pobrzeże an der Motława entlang, mit den alten Wassertoren als Durchgängen in die Stadt. Mehr dazu auf der Seite zum Krantor.
6 Nationales Maritimes Museum und die Sołdek
Das Museum verteilt sich auf beide Ufer: das Krantor auf der Stadtseite, drei alte Speicher und das Zentrum für maritime Kultur auf der Insel Ołowianka gegenüber. Ein kleines Boot pendelt dazwischen, die Fahrt dauert kaum zwei Minuten.
Am Kai liegt die Sołdek, das erste Hochseeschiff, das nach dem Krieg in Polen gebaut wurde. Du darfst durch Maschinenraum und Kombüse laufen, und beides ist enger und niedriger, als du denkst.
7 Speicherinsel
Gegenüber dem Krantor lagerte jahrhundertelang das Getreide, mit dem diese Stadt reich wurde. 1945 brannte die Wyspa Spichrzów aus und lag danach jahrzehntelang als Ruinenfeld da.
Heute stehen dort wieder Häuser in Speicherform, verbunden durch eine Fußgängerbrücke. Über das Ergebnis wird in der Stadt gestritten. Hingehen solltest du trotzdem, wegen des Blicks zurück auf die Altstadtsilhouette.
8 Nationalmuseum: das Jüngste Gericht
Im Nationalmuseum hängt der dreiteilige Altar „Das Jüngste Gericht“ von Hans Memling. Das Bild war für Florenz bestimmt, wurde 1473 von einem Danziger Kaperfahrer aus einem Schiff geholt und hing danach jahrhundertelang in der Marienkirche.
Es ist eines der bedeutendsten altniederländischen Gemälde nördlich der Alpen, und der Raum ist meist ruhig.
9 Museum des Zweiten Weltkriegs
Der schräge Turm am Rand der Altstadt gehört zu einem Museum, dessen Ausstellung fast vollständig unter der Erde liegt. Es erzählt den Krieg vor allem aus der Perspektive der Zivilbevölkerung Osteuropas, mit rekonstruierten Straßenzügen und sehr viel Material.
Um die Deutung der Ausstellung wird in Polen politisch gestritten, seit 2017 die Leitung wechselte und Teile verändert wurden. Plane mindestens drei Stunden ein und danach nichts Anspruchsvolles mehr.
10 Europäisches Solidarność-Zentrum
Am Tor Nummer zwei der ehemaligen Werft steht ein Bau aus rostrotem Stahl, der aussieht wie eine Schiffswand im Rohbau. Innen erzählt die Ausstellung, wie aus einem Streik im August 1980 eine Gewerkschaft mit Millionen Mitgliedern wurde und neun Jahre später das Ende des Systems.
Das ist die zweite große Geschichte dieser Stadt, und sie wird ohne Pathos erzählt. Details stehen auf der Seite zum Solidarność-Zentrum.
11 Denkmal der gefallenen Werftarbeiter
Vor dem Werfttor stehen drei Kreuze, 42 Meter hoch, an denen Anker hängen. Sie erinnern an die Arbeiter, die im Dezember 1970 bei Protesten gegen Preiserhöhungen erschossen wurden.
Errichtet wurde das Denkmal im Dezember 1980, durchgesetzt von den Streikenden selbst. Es war das erste Monument im Ostblock, das an Opfer der eigenen Staatsmacht erinnerte. Der Platz ist frei zugänglich und immer offen.
12 Westerplatte
Auf der Halbinsel am Hafeneingang lag ein polnisches Munitionsdepot. Am 1. September 1939 eröffnete ein deutsches Kriegsschiff dort das Feuer, und damit begann der Zweite Weltkrieg.
Heute stehen dort Ruinen, ein Soldatenfriedhof und ein hohes Denkmal auf einem Hügel. Wie du hinkommst und was du wissen solltest, steht auf der Seite zu Westerplatte.
13 Kathedrale und Park in Oliwa
Im Norden der Stadt steht die ehemalige Zisterzienserkirche mit dem längsten Kirchenschiff Polens und einer Orgel, bei deren Spiel sich Figuren bewegen. Im Sommer gibt es kurze Vorführungen mehrmals am Tag.
Ringsum liegt ein Park mit Teichen und Palmenhaus, Tram und Bahn halten in der Nähe. Mehr dazu unter Oliwa.
14 Sopot
Zwanzig Minuten mit der SKM, und du stehst in einem Seebad mit Villen, Kurpark und der längsten hölzernen Seebrücke Europas. Die Fußgängerstraße Monte Cassino ist im Juli voll wie ein Bahnsteig, der Strand daneben ist breit und sauber.
Was sich lohnt und wann du besser kommst, steht unter Sopot.
15 Gdynia
Gdynia war 1920 noch ein Fischerdorf und zwanzig Jahre später ein moderner Hafen, gebaut, weil Polen einen eigenen Zugang zum Meer brauchte. Deshalb sieht die Innenstadt aus wie ein Katalog der Moderne der Zwischenkriegszeit.
Am Kai liegen zwei Museumsschiffe, südlich schiebt sich das Kliff von Orłowo ins Wasser. Alles dazu unter Gdingen.
Tipp: Steh einmal früh auf. Zwischen sieben und neun Uhr gehört dir der Lange Markt fast allein, das Licht kommt flach über die Motława, und an der Promenade macht die erste Fischbude auf. Ab elf Uhr kommen die Gruppen von den Kreuzfahrtschiffen und aus den Reisebussen.
Orte der Erinnerung
Zwei Ziele in der Region sind keine Sehenswürdigkeiten, sondern Gedenkorte. Westerplatte ist zugleich Kriegsgräberstätte, dort sind Gefallene bestattet. Das Gelände ist frei zugänglich, und es gelten dieselben Regeln wie auf jedem Friedhof.
Rund fünfzig Kilometer östlich, bei Sztutowo, liegt die Gedenkstätte Stutthof, das erste deutsche Konzentrationslager außerhalb der damaligen Reichsgrenzen. Der Besuch dauert einen halben bis ganzen Tag, der Eintritt ist frei, für Führungen ist eine Anmeldung nötig. Für jüngere Kinder wird er nicht empfohlen. Einen Überblick über solche Orte im ganzen Land gibt die Seite zu den Gedenkorten des Zweiten Weltkriegs.
Der Spaziergang an der Motława
Die schönste Stunde in Gdańsk kostet nichts. Du startest am Grünen Tor am Ostende des Langen Markts, gehst nach links auf die Uferpromenade und hast rechts das Wasser, links die Rückseiten der Kaufmannshäuser mit ihren Wassertoren.
Nach fünf Minuten stehst du am Krantor, kurz danach an der Fähre nach Ołowianka. Fahr hinüber, geh am Speicherufer entlang und komm über die Brücke zurück: Von drüben siehst du die Silhouette, die auf allen Postkarten klebt, und zwar am Abend mit dem Licht von vorn.
Auf dem Rückweg biegst du in die Ulica Mariacka ein und stehst nach zweihundert Metern vor der Marienkirche. Damit hast du die Rechtstadt einmal umrundet.
| Ort | Buchung | Zeit einplanen |
|---|---|---|
| Museum des Zweiten Weltkriegs | an vollen Tagen vorab online | 3 Stunden |
| Solidarność-Zentrum | Zeitfenster in der Hauptsaison | 2 bis 3 Stunden |
| Turm der Marienkirche | ohne Buchung, wetterabhängig | 1 Stunde |
| Artushof und Rathaus | gemeinsames Ticket des Stadtmuseums | 2 Stunden |
| Westerplatte mit dem Schiff | Abfahrten am Kai, Rückfahrt mitdenken | halber Tag |
| Orgelvorführung in Oliwa | feste Zeiten, kein Ticket im Voraus | halber Tag mit Park |
Tickets: Die Museen der Stadt verkaufen ihre Tickets über die eigenen Websites, nicht über Drittanbieter. Für Rathaus, Artushof und Uphagenhaus gibt es ein gemeinsames Ticket des Stadtmuseums, das sich ab dem zweiten Haus lohnt. Bezahlt wird in Złoty. Wenn dir das Kartenterminal anbietet, in Euro abzurechnen, lehnst du ab und wählst Złoty, sonst zahlst du den Aufschlag der dynamischen Währungsumrechnung.
Stadt und Strand an einem Tag
Gdańsk liegt am Meer, auch wenn du davon in der Rechtstadt nichts merkst. Die Stadtstrände heißen Brzeźno und Jelitkowo, beide erreichst du mit der Tram in gut zwanzig Minuten, beide haben feinen Sand, eine Seebrücke und Kiefernwald im Rücken.
Die elegantere Variante ist Sopot, zwanzig Minuten mit der SKM. Der praktische Ablauf: vormittags Rechtstadt, mittags Zug, nachmittags Strand, abends zurück. Weil die Züge dicht fahren, musst du dich morgens nicht festlegen. Wie das Netz funktioniert, steht unter Verkehr in Danzig.
Die Ostsee hier ist kein Mittelmeer. Selbst im August liegt die Wassertemperatur meist deutlich unter zwanzig Grad, und ablandiger Wind drückt sie über Nacht um mehrere Grad.
Routen für zwei und drei Tage
Tag eins gehört der Rechtstadt: Goldenes Tor, Ulica Długa, Langer Markt mit Neptunbrunnen und Artushof, dann die Marienkirche mit dem Turm, danach die Ulica Mariacka hinunter zum Krantor und die Runde an der Motława. Abends isst du nicht am Langen Markt, sondern eine Gasse weiter.
Tag zwei gehört dem 20. Jahrhundert: vormittags das Solidarność-Zentrum und das Werftgelände, nachmittags entweder Westerplatte mit dem Schiff oder das Museum des Zweiten Weltkriegs. Beides an einem Tag ist zu viel, und zwar nicht wegen der Zeit.
Tag drei ist der Ausflugstag. Entweder die Dreistadt mit Oliwa, Sopot und Gdynia, oder ein Tag an der Ostsee, oder die Marienburg, die größte Backsteinburg der Welt, 30 bis 45 Minuten mit dem Zug nach Süden. Alle drei Varianten funktionieren ohne Auto.
Gut zu wissen: Kirchen in Gdańsk sind aktive Gotteshäuser. Schultern und Knie bleiben bedeckt, während der Messe wird nicht besichtigt und nicht fotografiert, und der Turmaufstieg ist dann geschlossen. Die polnische Schreibweise brauchst du auch ganz praktisch: Auf Fahrkarten, Bahnsteigen und Wegweisern steht Gdańsk, nie Danzig. Weitere Kleinigkeiten stehen unter Insider-Tipps für Danzig.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Danzig?
Zwei volle Tage decken die Rechtstadt, die Marienkirche, die Motława und das Werftgelände mit dem Solidarność-Zentrum ab. Drei bis vier Tage sind besser, weil dann ein Ausflugstag frei bleibt: Sopot und Gdynia, die Marienburg oder ein Tag am Strand. Wer nur einen Tag hat, bleibt zwischen Goldenem Tor und Krantor und lässt alles andere weg.
Welche Sehenswürdigkeiten in Danzig sind kostenlos?
Der Lange Markt, die Ulica Długa mit ihren Beischlägen, die Uferpromenade an der Motława, die Ulica Mariacka, das Denkmal der gefallenen Werftarbeiter und das Gelände von Westerplatte kosten nichts. Kirchen sind für Gläubige frei zugänglich, für den Turmaufstieg der Marienkirche zahlst du. Auch die Strände von Brzeźno und Jelitkowo sind frei.
Wann ist die beste Reisezeit für Danzig?
Juni bis September. Der August ist mit einem Mittel der Höchstwerte von 23,4 Grad der wärmste Monat, der Juli bringt mit rund 98 Millimetern den meisten Regen. Der Mai ist mit 16,7 Grad mild und deutlich leerer. Im Winter bleibt es an der Küste mit 2,8 Grad im Januar selten streng kalt, dafür windig und grau.
Kann man Danzig gut zu Fuß erkunden?
Die Rechtstadt schon, sie misst kaum einen Kilometer im Quadrat, und alles Wichtige liegt darin. Zum Werftgelände mit dem Solidarność-Zentrum läufst du vom Langen Markt eine gute halbe Stunde, sonst nimmst du die Tram. Für Westerplatte, Oliwa, Sopot und Gdynia brauchst du Bus, Schiff oder die SKM. Das Pflaster ist uneben, feste Schuhe helfen.
Lohnt sich Danzig mit Kindern?
Ja, wenn du mischst. Die Fähre über die Motława, das Museumsschiff Sołdek, der Turm der Marienkirche und der Strand funktionieren gut. Das Museum des Zweiten Weltkriegs und die Gedenkstätte Stutthof sind für kleine Kinder nicht gedacht. Das Solidarność-Zentrum ist für Jugendliche interessant, wenn du vorher erklärst, worum es geht.
Was muss man in Danzig vorher buchen?
Wenig. In der Hauptsaison lohnt sich ein Zeitfenster für das Museum des Zweiten Weltkriegs und für das Solidarność-Zentrum, beides über die eigene Website des Hauses. Für Rathaus, Artushof und Uphagenhaus gibt es ein gemeinsames Ticket des Stadtmuseums vor Ort. Für die Ausflugsschiffe nach Westerplatte prüfst du vorher die letzte Rückfahrt.






