Auf einen Blick
- Polnischer NamePlanty, Barbakan, Brama Floriańska
- Park angelegt1822 bis 1830 auf dem Mauerring
- Längerund 4 Kilometer rund um die Altstadt
- BarbakaneBackstein, um 1499, sieben Türmchen
- Florianstor14. Jahrhundert, Beginn des Königswegs
- Dauer1 bis 2 Stunden für die ganze Runde
Warum die Mauer verschwand
Anfang des 19. Jahrhunderts war die mittelalterliche Befestigung militärisch wertlos und hygienisch ein Problem: Der Graben stand voll, die Mauern hielten die Luft. Die österreichische Verwaltung ließ sie abtragen, und zwischen 1822 und 1830 entstand auf der freigewordenen Ringfläche ein Park. Das war für die Zeit ungewöhnlich fortschrittlich, und es erklärt, warum die Krakauer Altstadt heute so klar begrenzt wirkt.
Der Ring besteht aus rund dreißig Abschnitten mit eigenem Charakter: mal Allee, mal Rasen, mal Rosenbeet. Der schönste Teil liegt im Norden zwischen Barbakane und Universität, der stillste im Süden Richtung Wawel.
Die Barbakane
Ein Bauwerk blieb, weil man es als Erinnerung behalten wollte. Die Barbakane wurde um 1499 als vorgeschobenes Rundbollwerk vor dem Florianstor errichtet, aus Backstein, mit sieben spitzen Türmchen und Mauern von mehreren Metern Dicke. Sie zählt zu den drei erhaltenen Barbakanen Europas und gilt als die am besten bewahrte.
Ursprünglich verband ein überdachter Gang sie mit dem Stadttor, sodass man das Tor nicht direkt angreifen konnte. Dieser Gang fehlt heute, deshalb steht die Barbakane etwas verloren auf ihrer Rasenfläche. Innen kannst du sie saisonal betreten, dann stehst du im Rundhof und siehst die Schießscharten von innen.
Florianstor und Königsweg
Das Florianstor aus dem 14. Jahrhundert ist das einzige der ursprünglich acht Stadttore, das erhalten blieb. Von hier führte der Königsweg über die Floriańska zum Rynek Główny und weiter über die Grodzka zum Wawel. Auf dieser Strecke zogen die Könige zur Krönung ein und zur Beisetzung wieder hinaus. Du kannst sie in einer halben Stunde ablaufen, und es ist bis heute der beste erste Spaziergang in Kraków.
An das Tor schließt die letzte erhaltene Mauerstrecke mit drei Türmen an, die früher den Zünften der Zimmerleute, Posamentierer und Tischler zugeordnet waren. An der Außenseite hängen Bilder lokaler Maler, ein Freiluftmarkt, den es seit Jahrzehnten gibt.
Tipp: Lauf die Planty einmal im Ganzen, aber nicht am Stück. Nimm einen Viertelkreis morgens auf dem Weg zum Frühstück und einen abends zurück zum Hotel. Dann hast du den Ring gesehen, ohne dass er sich wie eine Pflichtübung anfühlt.
Tickets: Für die Planty, das Florianstor von außen und die Mauerstrecke zahlst du nichts. Ein Ticket brauchst du nur, um die Barbakane und die Wehrgänge der Mauer zu betreten, beides ist saisonal geöffnet und wird vom Museum der Stadt Kraków betrieben. Bezahlt wird in Złoty, Karten werden akzeptiert; die Abrechnung in Euro am Terminal lehnst du ab.
Was du unterwegs siehst
Auf der Runde kommst du an mehr vorbei, als du erwartest: am Grunwald-Denkmal auf dem Matejko-Platz nördlich der Barbakane, am Theater am Ende der Floriańska, am Bahnhofsviertel, an der Universität und schließlich am Aufstieg zum Wawel. In der Mitte des Rings liegt zwei Gassen tief das Collegium Maius.
Wer weiter will, geht am Südende der Planty über die Weichsel Richtung Kazimierz. Wie du dich sonst durch die Stadt bewegst, steht unter Verkehr in Kraków, der Überblick über alle Orte unter Krakau Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll wird es nur auf dem Abschnitt zwischen Barbakane und Marktplatz. Weich nach Süden aus, dort läufst du auch im August fast allein. Ist die Barbakane innen ausgebucht oder geschlossen, siehst du von der Mauerstrecke aus fast dasselbe.
- Wenn es regnetDie alten Bäume halten leichten Regen erstaunlich lange ab, bei Dauerregen taugt der Ring aber nicht. Dann ziehst du dich in die Tuchhallen, das Czartoryski-Museum oder eine der Kirchen an der Floriańska zurück, alle liegen direkt am Weg.
- Mit KindernSehr gut: Wiesen, Spielplätze, Enten und genug Platz zum Rennen. Die Barbakane mit ihren Schießscharten funktioniert als Ritterburg, und die Bilderwand an der Stadtmauer ist ein guter Zwischenstopp.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Planty haben breite, größtenteils befestigte Wege ohne Stufen und sind mit Rollstuhl oder Kinderwagen gut befahrbar. Die Barbakane hat innen Schwellen und schmale Treppen zu den Wehrgängen, dieser Teil ist nicht barrierefrei.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Runde durch die Planty?
Rund vier Kilometer, zu Fuß also etwa eine Stunde ohne Pausen. Mit Abstechern, Bänken und einem Kaffee werden zwei daraus. Weil der Ring die Altstadt vollständig umschließt, kannst du jederzeit abbiegen und bist innerhalb von fünf Minuten am Marktplatz. Als durchgehende Runde lohnt sie sich vor allem früh am Morgen.
Kann man die Barbakane in Krakau besichtigen?
Ja, saisonal. Im Inneren stehst du im Rundhof und kannst die Wehrgänge und Schießscharten ansehen, dazu gibt es wechselnde Ausstellungen. Das Ticket gilt oft in Verbindung mit der erhaltenen Mauerstrecke am Florianstor. In der kalten Jahreszeit bleibt die Barbakane meist geschlossen, von außen ist sie natürlich immer zu sehen.
Was ist der Königsweg in Krakau?
Die historische Prozessionsstrecke vom Florianstor über die Floriańska zum Rynek Główny und weiter über die Grodzka zum Wawel. Auf ihr zogen die polnischen Könige zur Krönung in die Stadt ein. Der Weg ist etwa zwei Kilometer lang, führt an den meisten Hauptsehenswürdigkeiten vorbei und eignet sich perfekt als erster Spaziergang.
Sind die Planty abends sicher?
Der Ring ist beleuchtet, gut einsehbar und wird bis spät von Anwohnern und Studenten genutzt. Kraków gilt insgesamt als sichere Stadt. Wie überall gilt: In den dunkleren Abschnitten hinter dem Bahnhof läufst du besser nicht allein durch, und an Wochenendabenden kann es in der Nähe der Ausgehstraßen laut werden.





