Masowien · Warschau

Łazienki-Park & Palast auf der Insel

Der Łazienki-Park ist der größte und bekannteste Park im Zentrum von Warszawa und der Ort, an dem die Stadt runterschaltet. Der letzte polnische König Stanisław August Poniatowski ließ hier im 18. Jahrhundert eine Sommerresidenz anlegen: ein Palast, der mitten im Wasser steht, ein Amphitheater am Teich, Alleen, Brücken und Skulpturen.

Der Park kostet nichts, die Gebäude darin schon. Du kannst in einer Stunde durchlaufen, aber das wäre schade. Plane einen halben Tag ein, am besten an einem Sommersonntag, wenn am Chopin-Denkmal unter freiem Himmel gespielt wird.

Łazienki-Park & Palast auf der Insel
Foto: Cor2701, CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Polnischer NameŁazienki Królewskie
  • Größerund 76 Hektar
  • Angelegtab 1764 für Stanisław August Poniatowski
  • Chopin-Denkmal1926 enthüllt, 1958 neu gegossen
  • EintrittPark frei, Gebäude mit Ticket
  • Dauer2 bis 4 Stunden, mit Konzert ein halber Tag

Der Park und wie er entstand

Das Gelände von rund 76 Hektar war ursprünglich ein Tiergarten. Stanisław August Poniatowski kaufte es 1764 und ließ daraus über Jahrzehnte einen Landschaftspark mit klassizistischen Bauten formen. Der Name kommt vom Badepavillon, polnisch łazienka, den ein Adliger hier im 17. Jahrhundert errichten ließ und den der König zum Palast umbauen ließ.

Heute ist der Park ein Stück Alltag: Jogger am Morgen, Familien am Nachmittag, im Winter Menschen mit Nüssen für die Eichhörnchen. Zwischen den Wegen laufen Pfauen frei herum, laut und ziemlich selbstbewusst. Füttern ist bei Pfauen wie bei Eichhörnchen nicht erwünscht, auch wenn du es andere tun siehst.

Der Palast auf der Insel

Der Pałac na Wyspie steht auf einer künstlichen Insel, mit Wasser auf beiden Seiten und einer Brücke an jedem Ende. Von Süden aus gesehen spiegelt sich die Fassade im Teich, das ist das Bild, das du von Warschau kennst, ohne zu wissen, woher.

Innen sind die Räume kleiner und feiner, als du erwartest: Bäderräume, ein Ballsaal, eine Gemäldegalerie, die den Geschmack des Königs zeigt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Palast schwer beschädigt, deutsche Truppen hatten Sprenglöcher in die Wände gebohrt, kamen aber nicht mehr dazu, sie zu zünden. Nach 1945 wurde der Bau restauriert.

Für die Innenräume brauchst du ein Ticket, für den Blick von außen nicht. Wer wenig Zeit hat, umrundet den Palast, sieht das Amphitheater am gegenüberliegenden Ufer und läuft weiter.

Tickets: Der Park selbst ist frei zugänglich, Eintritt zahlst du nur für die Gebäude: Palast auf der Insel, Alte Orangerie mit dem historischen Hoftheater, Myślewicki-Palast und Wechselausstellungen. Jedes Haus hat sein eigenes Ticket, es gibt auch Kombitickets. Einen Tag in der Woche ist der Eintritt in die Dauerausstellungen frei, dann ist es entsprechend voll. Bezahlt wird in Złoty, am Terminal lehnst du die Abrechnung in Euro ab.

Zur offiziellen Website

Das Chopin-Denkmal und die Konzerte

Im nördlichen Teil des Parks sitzt Fryderyk Chopin unter einer stilisierten Weide, deren Zweige wie eine Hand über ihm liegen. Das Denkmal von Wacław Szymanowski wurde 1926 enthüllt und 1940 von der deutschen Besatzung eingeschmolzen. 1958 wurde es nach dem Originalentwurf neu gegossen und wieder aufgestellt.

An Sommersonntagen finden am Denkmal Klavierkonzerte unter freiem Himmel statt, zweimal am Tag, ohne Eintritt und ohne Anmeldung. Die Bänke sind früh besetzt, die meisten sitzen auf dem Rasen. Bring dir etwas zum Draufsitzen mit, das Gras ist oft feucht. Die genauen Termine der Saison stehen auf der offiziellen Website des Parks.

Gut zu wissen: Der Park hat mehrere Eingänge, und die Entfernungen darin sind größer, als die Karte am Tor vermuten lässt. Vom nördlichen Eingang an den Aleje Ujazdowskie bis zum Palast auf der Insel läufst du gut zehn Minuten. Wer den Chopin und den Palast sehen will, plant den Weg dazwischen mit ein.

Was du sonst im Park findest

Die Alte Orangerie beherbergt eines der wenigen erhaltenen Hoftheater Europas aus dem 18. Jahrhundert, mit originaler Bemalung. Das Amphitheater am Wasser ist der Bühne im antiken Herculaneum nachempfunden, die Zuschauer sitzen am Ufer, die Bühne steht auf der Insel. Der Myślewicki-Palast im Osten ist kleiner und ruhiger, dort war einst der Neffe des Königs untergebracht.

Am südlichen Rand liegt der Belweder, heute ein Amtssitz, den du nur von außen siehst. Und wenn du im Winter kommst: Der Park ist dann fast leer, die Teiche frieren zu, und die Eichhörnchen sind zutraulicher als je sonst.

Tipp: Komm zum Sonntagskonzert nicht auf die letzte Minute, sondern eine halbe Stunde vorher, kauf dir vorher etwas zu trinken und such dir einen Platz auf dem Rasen leicht seitlich hinter dem Flügel. Von dort siehst du die Hände des Pianisten und hast trotzdem Ruhe.

Anreise und was in der Nähe liegt

Der Park liegt am südlichen Ende des Königswegs, du kommst also zu Fuß dorthin, wenn du die Achse abläufst. Bequemer sind die Busse entlang der Aleje Ujazdowskie, die dich direkt an den Eingängen absetzen. Welche Tickets du dafür brauchst, steht unter Verkehr in Warschau.

Weiter südlich, mit demselben Bus erreichbar, liegt das Schloss Wilanów, der historische Endpunkt der Königsachse. Beides an einem Tag ist machbar, wenn du den Park auf zwei Stunden begrenzt. Alle weiteren Orte stehen unter Warschau Sehenswürdigkeiten, der Überblick zur Stadt unter Warschau. Wer nach dem Park noch ans Wasser will, fährt zum Weichselufer.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll ist immer nur der Bereich zwischen Chopin-Denkmal und Palast, besonders an Konzertsonntagen. Geh dann in den östlichen Teil zum Myślewicki-Palast oder in den bewaldeten Südteil, dort bist du nach fünf Minuten fast allein.
  • Wenn es regnetDer Park lebt vom Draußensein. Bei Dauerregen weichst du auf die Innenräume aus, also Palast auf der Insel und Alte Orangerie, oder du verschiebst den Besuch und nimmst stattdessen ein Museum im Zentrum.
  • Mit KindernSehr gut geeignet: freie Wege, Wasser, Pfauen, Eichhörnchen und Platz zum Rennen. Kinderwagen kommen auf den Hauptwegen problemlos durch. Die Innenräume des Palasts sind für kleine Kinder zäh, halte sie kurz.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Hauptwege sind breit, eben und meist wassergebunden oder gepflastert, damit gut befahrbar. Zum Palast auf der Insel führen Brücken ohne Stufen, im Inneren gibt es Treppen. Die Wege im Südteil sind uneben und nach Regen weich.

Häufige Fragen

Kostet der Łazienki-Park Eintritt?

Nein, der Park ist frei zugänglich, auch der Weg an den Palast auf der Insel und zum Chopin-Denkmal. Eintritt zahlst du nur für die Gebäude: den Palast selbst, die Alte Orangerie mit dem Hoftheater, den Myślewicki-Palast und die Wechselausstellungen. Einen Tag in der Woche sind die Dauerausstellungen kostenlos, dann ist der Andrang groß.

Wann sind die Chopin-Konzerte im Łazienki-Park?

An Sommersonntagen, zweimal am Tag, am Denkmal unter freiem Himmel. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung gibt es nicht, und die Bänke sind früh besetzt. Die meisten Zuhörer sitzen auf dem Rasen, eine Decke ist deshalb sinnvoll. Die Termine der laufenden Saison stehen auf der offiziellen Website des Parks.

Wie viel Zeit braucht man für den Łazienki-Park?

Zwei Stunden reichen für den Palast auf der Insel von außen, das Amphitheater und das Chopin-Denkmal. Mit den Innenräumen und einem Konzert wird ein halber Tag daraus. Der Park ist mit rund 76 Hektar größer, als er auf der Karte wirkt, allein die Wege zwischen den Hauptpunkten kosten dich eine halbe Stunde.

Gibt es im Łazienki-Park wirklich Pfauen?

Ja, sie laufen frei zwischen den Wegen und Rasenflächen und sind vor allem im Frühjahr laut. Dazu kommen sehr zutrauliche Eichhörnchen, die im Winter bis an die Schuhe kommen. Füttern ist nicht erwünscht, auch wenn viele Besucher es tun. Kinder sollten den Pfauen nicht nachlaufen, die Tiere wehren sich.

Wie kommt man zum Łazienki-Park?

Zu Fuß über den Königsweg, das sind vom Schlossplatz gut vier Kilometer. Bequemer sind die Busse entlang der Aleje Ujazdowskie, die an mehreren Parkeingängen halten. Vom Zentrum bist du in etwa einer Viertelstunde da. Der Fahrschein gilt zeitlich und wird beim Einsteigen entwertet, bezahlt wird in Złoty.