Auf einen Blick
- FernverkehrPKP Intercity, Zuggattungen TLK, IC, EIC und EIP
- Vorverkaufbeginnt 30 Tage vor Abfahrt
- Reservierungauf den schnellen Zügen enthalten und verpflichtend
- Warschau bis Krakaurund 2,5 Stunden
- NachtzügeLiegewagen und Schlafwagen, früh buchen
- Bezahlt wirdin Złoty, online und am Schalter mit Karte
Wer fährt was
Den Fernverkehr betreibt PKP Intercity, und die Zuggattung steht auf der Fahrkarte. EIP ist der schnellste Zug, ein Neigezug auf den Hauptachsen ab Warschau. EIC ist der klassische schnelle Fernzug, IC die etwas langsamere Variante, TLK der ältere und günstigste Fernzug mit Abteilwagen. Alle vier bringen dich ans Ziel, der Unterschied liegt in Tempo, Komfort und Preis.
Daneben fahren die Regionalbahnen, teils staatlich, teils den Woiwodschaften gehörend. Sie bedienen die kleinen Orte, halten überall und sind sehr billig. In der Dreistadt um Danzig übernimmt die Stadtbahn SKM den Verkehr zwischen Danzig, Sopot und Gdingen (Gdynia) im dichten Takt, mehr dazu unter Verkehr in Danzig.
Buchen: 30 Tage vorher wird es billig
Der Vorverkauf für Fernzüge startet 30 Tage vor Abfahrt. Wer früh bucht, bekommt Sparpreise aus einem begrenzten Kontingent, und wenn das weg ist, steigt der Preis. Am selben Tag zu fahren ist trotzdem kein Problem, nur eben teurer. Gekauft wird online oder in der App des Betreibers, das Ticket gilt als PDF oder auf dem Handy und wird im Zug kontrolliert.
Am Schalter geht es auch, dort brauchst du etwas Geduld und einen Zettel mit Datum, Uhrzeit und Zielort in polnischer Schreibweise. Bezahlt wird in Złoty, mit Karte, online wie am Schalter. Wenn ein Zahlungsformular dir anbietet, in Euro abzurechnen, lehnst du ab; warum, steht unter Bezahlen in Polen.
Tickets: Fernverkehrstickets kaufst du direkt beim staatlichen Betreiber, im Netz oder in dessen App. Der Verkauf öffnet 30 Tage vor Abfahrt, auf den schnellen Zügen ist die Platzreservierung im Fahrpreis enthalten, und die günstigen Kontingente sind zuerst vergriffen. Für Regionalzüge brauchst du das nicht, dort kaufst du am Automaten oder am Schalter.
Klassen, Reservierung und Komfort
Auf den schnellen Zügen ist die Sitzplatzreservierung im Preis enthalten und verpflichtend, du bekommst also immer einen festen Platz. Bei den langsameren Gattungen kannst du sie dazubuchen, und an Freitagen, Sonntagen und rund um lange Wochenenden solltest du das auch tun, sonst stehst du im Gang.
Die zweite Klasse ist völlig in Ordnung: saubere Großraumwagen oder Abteile, Steckdosen an jedem Platz, Klapptische, Gepäckablagen über den Sitzen und am Wagenende. Die erste Klasse kostet einen überschaubaren Aufschlag und bringt mehr Beinfreiheit und ruhigere Wagen. Das WLAN ist vorhanden und schwankt stark, lade Filme vorher herunter. In vielen Fernzügen gibt es ein Bordbistro oder einen Wagen mit Getränken und Snacks, verlass dich aber nicht darauf und nimm Wasser mit.
Beim Gepäck ist Polen entspannt: Es gibt keine strenge Mengenbegrenzung und kein eigenes Gepäckticket, große Koffer stellst du in die Regale am Wagenende. In den älteren Abteilwagen ist der Gang eng, dort lohnt sich ein Platz nahe der Tür. Große Rucksäcke und Skier passen problemlos, nur solltest du Wertsachen nicht am anderen Ende des Wagens liegen lassen, wenn du schläfst.
Fahrzeiten, die du dir merken kannst
| Strecke | Fahrzeit mit dem schnellsten Zug |
|---|---|
| Warschau bis Krakau | rund 2,5 Stunden |
| Warschau bis Danzig | rund 3 Stunden |
| Warschau bis Posen (Poznań) | rund 3 Stunden |
| Warschau bis Breslau | rund 4 Stunden |
| Krakau bis Breslau | rund 3,5 Stunden |
| Krakau bis Danzig | rund 6 Stunden |
| Berlin bis Posen | knapp 3 Stunden |
| Berlin bis Warschau | 6 bis 7 Stunden |
Nachtzüge
Polen ist groß genug für Nachtzüge, und sie fahren weiterhin: vor allem zwischen der Ostsee und dem Süden und quer durch das Land in den Südosten. Du wählst zwischen dem Liegewagen mit sechs einfachen Liegen im Abteil und dem Schlafwagen mit ein bis drei Betten, Bettzeug und Waschbecken. Der Schlafwagen kostet mehr und ist das Geld wert, wenn du am nächsten Morgen etwas vorhast.
Buch früh, gerade im Sommer und in den Skiferien, denn die Wagen sind kurz und schnell voll. Und rechne mit einer eigenen Logik: Nachtzüge halten unterwegs oft lange, damit sie nicht um vier Uhr morgens ankommen.
Bahnhöfe: peron und tor
Die großen Bahnhöfe sind besser als ihr Ruf. Krakau Główny liegt unter einem Einkaufszentrum und ist zu Fuß in zehn Minuten an der Altstadt, Warszawa Centralna ist ein unterirdisches Labyrinth aus den Siebzigern mit klarer Beschilderung, Breslau (Wrocław) und Danzig haben historische Empfangsgebäude, die selbst sehenswert sind. Schließfächer, Toiletten und Imbisse gibt es überall, die Toiletten kosten meist eine kleine Münze.
Achtung: In Polen hat jeder Bahnsteig eine Nummer, und jedes Gleis daran hat noch einmal eine eigene. Die Ansage sagt „peron 3, tor 5“: Du gehst also zu Bahnsteig 3 und dort an Gleis 5. Wer nur eine der beiden Zahlen hört, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Schau zusätzlich auf die Anzeige am Bahnsteig, dort stehen Zugnummer und Wagenreihung.
Regionalzüge, Fahrrad und Kontrolle
Für Regionalzüge brauchst du keine Reservierung, du kaufst am Schalter oder am Automaten und steigst ein. Gibt es an einem kleinen Halt weder Schalter noch Automat, meldest du dich sofort beim Schaffner, bevor er zu dir kommt; dann bekommst du das Ticket ohne Zuschlag. Kontrolliert wird fast immer, dein Ausweis wird nur bei ermäßigten Fahrkarten verlangt.
Fahrräder darfst du mitnehmen, brauchst dafür aber ein eigenes Ticket, und die Stellplätze sind begrenzt und reservierungspflichtig. Auf beliebten Strecken in die Berge und an die See ist das im Sommer schnell ausgebucht. Wer nach Zakopane in die Tatra will, kombiniert Zug und Bus, denn die Buslinien ab Krakau sind dort häufiger.
Verspätungen, ehrlich
Der Fernverkehr auf den Hauptachsen läuft zuverlässig, und wenn etwas passiert, dann meist wegen der laufenden Streckenmodernisierung: Umleitungen, Langsamfahrstellen, verlängerte Fahrzeiten im Fahrplan. Ärgerlich wird es auf Nebenstrecken, wo eine kleine Verspätung den Anschluss kostet. Plan vor einem Flug einen Puffer von zwei Stunden ein und verlass dich bei Umstiegen nicht auf zehn Minuten.
Ansagen sind meist auf Polnisch, in den schnellen Zügen zusätzlich auf Englisch. Die App zeigt dir Gleisänderungen zuverlässiger als der Lautsprecher. Wie du vom Bahnhof weiter ins Zentrum kommst, steht unter Verkehr in Krakau und Verkehr in Warschau, und welche Bahnstrecken sich als Reise lohnen, unter Polen mit dem Zug.
Häufige Fragen
Wie bucht man Zugtickets für Polen?
Online oder in der App von PKP Intercity, der Vorverkauf startet 30 Tage vor Abfahrt. Früh gebuchte Fahrkarten sind spürbar günstiger, weil die Sparkontingente begrenzt sind. Das Ticket gilt als PDF oder auf dem Handy. Für Regionalzüge brauchst du keinen Vorverkauf, dort kaufst du am Automaten, am Schalter oder direkt beim Schaffner, wenn es beides nicht gibt.
Muss man in polnischen Zügen einen Platz reservieren?
Auf den schnellen Fernzügen ist die Reservierung im Fahrpreis enthalten und verpflichtend, du hast also immer einen festen Sitzplatz. Bei den langsameren Gattungen ist sie freiwillig, aber an Freitagen, Sonntagen und vor Feiertagen dringend zu empfehlen. In Regionalzügen gibt es keine Reservierung, dort gilt freie Platzwahl.
Wie lange dauert die Zugfahrt von Warschau nach Krakau?
Mit dem schnellsten Zug rund zweieinhalb Stunden auf einer eigens gebauten Schnellfahrstrecke. Langsamere Verbindungen brauchen etwa drei Stunden. Damit ist der Zug klar schneller als das Auto und in der Praxis auch schneller als der Inlandsflug, weil du mitten in der Stadt startest und ankommst.
Sind polnische Züge pünktlich?
Auf den Hauptachsen überwiegend ja. Verzögerungen entstehen meist durch die laufende Modernisierung des Netzes, dann wird umgeleitet oder langsamer gefahren, was aber häufig schon im Fahrplan steht. Auf Nebenstrecken sind Anschlüsse empfindlicher. Vor einem Flug solltest du zwei Stunden Puffer einplanen und bei Umstiegen nicht mit zehn Minuten rechnen.
Kann man in Polen ein Fahrrad im Zug mitnehmen?
Ja, mit einem eigenen Fahrradticket. Die Stellplätze sind allerdings begrenzt und im Fernverkehr reservierungspflichtig, im Sommer sind die Strecken an die Ostsee und in die Berge schnell ausgebucht. In Regionalzügen ist es unkomplizierter, dort gibt es meist einen gekennzeichneten Mehrzweckbereich am Wagenende.



