Auf einen Blick
- FernverkehrPKP Intercity, staatlich
- RegionalverkehrPolregio und die Bahnen der Woiwodschaften
- Reservierungauf Fernzügen im Ticket enthalten und verbindlich
- Schnellste AchseWarschau nach Krakau, rund zweieinhalb Stunden
- Klassen1. und 2. Klasse, Speisewagen auf vielen Fernzügen
- Bezahlt wirdin Złoty, Karte praktisch überall
Warum der Zug in Polen die richtige Wahl ist
Zwischen Warschau, Krakau, Danzig, Breslau und Posen ist die Bahn schneller als das Auto und deutlich entspannter. Die Hauptachsen wurden in den letzten Jahren ausgebaut, auf der Strecke zwischen Warschau und dem Süden fahren Züge bis 200 Stundenkilometer. Verspätungen gibt es, aber der Ruf des Landes hinkt der Realität um zwanzig Jahre hinterher.
Der zweite Grund ist die Lage der Bahnhöfe. In Krakau steigst du unter einem Einkaufszentrum aus und stehst nach fünf Minuten zu Fuß an der Barbakane. In Danzig liegt der Bahnhof am Rand der Rechtstadt, in Breslau und Posen ebenfalls zentral. Wer eine Rundreise plant, findet die passende Reihenfolge auf der Seite Städtereise Polen.
Wer fährt: PKP Intercity und die Woiwodschaftsbahnen
Den Fernverkehr betreibt PKP Intercity. Das ist die Gesellschaft, die du für alle Fahrten zwischen den großen Städten brauchst. Daneben steht der Regionalverkehr, und der ist auf mehrere Unternehmen verteilt: Polregio fährt landesweit, dazu kommen die Bahnen einzelner Woiwodschaften, etwa in Masowien, Niederschlesien, Schlesien und Großpolen. In der Dreistadt um Danzig übernimmt die SKM den Nahverkehr.
Wichtig ist die Folge daraus: Ein Fernverkehrsticket gilt nicht automatisch im Regionalzug und umgekehrt. Wenn deine Verbindung aus zwei Zügen verschiedener Betreiber besteht, brauchst du zwei Fahrscheine. Buchungsportale zeigen das an, du musst nur hinsehen.
Die Zuggattungen auf einen Blick
Vor der Zugnummer steht ein Kürzel, und das sagt dir alles über Tempo, Komfort und Preisniveau. EIP ist die höchste Kategorie, gefahren mit den Neigezügen auf den Hauptachsen. EIC und IC sind die normalen schnellen Fernzüge, TLK ist die günstigere Fernverkehrsgattung mit mehr Halten und älterem Wagenmaterial. Alles, was mit R oder dem Namen einer Regionalbahn gekennzeichnet ist, hält überall.
Gut zu wissen: Auf EIP, EIC und IC ist die Platzreservierung im Fahrpreis enthalten und verbindlich. Du hast einen festen Sitzplatz, Wagen- und Platznummer stehen auf dem Ticket. In Regionalzügen gibt es keine Reservierung, dort gilt freie Platzwahl. Wer im Fernzug im falschen Wagen sitzt, wird höflich, aber bestimmt weitergeschickt.
Tickets: die Buchungslogik
Fernverkehrstickets kommen in Kontingenten in den Verkauf. Der Vorverkauf öffnet einige Wochen vor Abfahrt, die günstigsten Plätze gehen zuerst, danach steigt der Preis stufenweise bis zum Normaltarif. Wer seine Reise ein paar Wochen vorher plant, fährt spürbar billiger als der, der am Bahnhof kauft. Ausverkauft sind Fernzüge selten, teuer werden sie schon.
Kaufen kannst du online, in der App des Betreibers, am Automaten oder am Schalter, der auf Polnisch kasa heißt. Das Ticket auf dem Handy reicht, ausgedruckt wird nichts verlangt. Für ermäßigte Fahrkarten brauchst du einen Nachweis, Kinder fahren gestaffelt nach Alter günstiger. Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht, sie ändern sich laufend.
Tickets: Fernverkehr buchst du bei PKP Intercity, im Netz oder in der App. Regionalzüge kaufst du beim jeweiligen Betreiber, am Automaten oder am Schalter. Es gibt Buchungs-Apps, die mehrere Betreiber zusammenfassen, das erspart dir das Springen zwischen Seiten. Kauf immer vor dem Einsteigen.
Die wichtigsten Strecken
Die folgenden Fahrzeiten gelten für die jeweils schnellste Verbindung des Tages. Langsamere Züge auf derselben Strecke brauchen teils eine Stunde länger, dafür kosten sie weniger.
| Strecke | Fahrzeit der schnellsten Verbindung |
|---|---|
| Warschau nach Krakau | rund zweieinhalb Stunden |
| Warschau nach Danzig | knapp drei Stunden |
| Warschau nach Posen | knapp drei Stunden |
| Warschau nach Breslau | rund vier Stunden |
| Warschau nach Thorn | rund zweieinhalb Stunden |
| Krakau nach Breslau | rund dreieinhalb Stunden |
| Danzig nach Thorn | rund zweieinhalb Stunden |
| Berlin nach Stettin | rund zwei Stunden |
| Berlin nach Posen | rund drei Stunden |
| Berlin nach Warschau | rund sechs Stunden |
Aus Deutschland nach Polen
Die bekannteste Verbindung ist der durchgehende Zug von Berlin über Frankfurt an der Oder und Posen nach Warschau. Er braucht rund sechs Stunden, bei Bauarbeiten auch länger, und ist reservierungspflichtig. Nach Posen allein bist du in etwa drei Stunden dort, was die Stadt zum naheliegendsten Ziel für ein langes Wochenende macht.
Nach Stettin fahren Regionalzüge ab Berlin in rund zwei Stunden. Von Görlitz kommst du über Zgorzelec nach Breslau, von Dresden gibt es Verbindungen über die Grenze nach Niederschlesien. Aus Wien und Prag laufen Nachtzüge nach Krakau und Warschau. Wer lieber selbst fährt, findet die Regeln unter Mit dem Auto nach Polen.
Nachtzug im Land
PKP Intercity fährt Nachtzüge quer durch Polen, vor allem zwischen der Ostsee und dem Süden. Es gibt Liegewagen, auf Polnisch kuszetka, mit sechs Plätzen im Abteil, und Schlafwagen mit ein bis drei Betten. Für beide brauchst du eine Reservierung zusätzlich zum Fahrschein, Bettzeug ist dabei.
Der Nachtzug lohnt sich, wenn du eine lange Diagonale sparen willst, etwa von der Küste in die Berge. Auf den kurzen Achsen zwischen den großen Städten ist er sinnlos, dort bist du tagsüber schneller im Hotel als nachts am Ziel.
Die Bahnhöfe: was dich erwartet
Warszawa Centralna stammt aus den siebziger Jahren, liegt unter der Erde und wirkt beim ersten Besuch wie ein Labyrinth. Halte dich an die Anzeigen, dann ist es einfach. Kraków Główny liegt unter einem Einkaufszentrum, was praktisch ist, wenn du auf einen Anschluss wartest. Gdańsk Główny ist ein Backsteinbau von 1900 und selbst sehenswert, ähnlich Wrocław Główny, das nach der Sanierung wieder in Gelb leuchtet.
Achte auf die polnischen Städtenamen. In Fahrplänen, Apps und Ansagen gibt es kein Warschau und kein Danzig, dort stehen Warszawa und Gdańsk. In Thorn hältst du entweder an Toruń Główny südlich der Weichsel oder an Toruń Miasto, das näher an der Altstadt liegt. Wer nach dem deutschen Namen sucht, findet gar nichts. Was in den Städten selbst weitergeht, steht auf den Seiten Verkehr in Warschau und Verkehr in Danzig.
Achtung: In Polen wird nicht nur der Bahnsteig angesagt, sondern auch das Gleis. Peron ist der Bahnsteig, tor das Gleis daran. Ein Bahnsteig hat zwei Gleise, und die Nummern stimmen nicht überein. Wer nur auf die Peron-Nummer achtet, steht auf der richtigen Insel und sieht seinen Zug auf der anderen Seite abfahren.
Gepäck, Fahrrad und Komfort
Gepäck nimmst du kostenlos mit, es gibt Ablagen über den Sitzen und Stauraum an den Wagenenden. Für ein Fahrrad brauchst du eine eigene Fahrkarte und einen Zug mit Stellplätzen, das steht bei der Buchung dabei. Steckdosen sind in modernen Wagen Standard, verlässliches Bordnetz ist es nicht überall, lade vorher.
Die erste Klasse kostet oft nur wenig mehr als die zweite und ist auf vollen Strecken den Aufpreis wert, besonders freitags und sonntags. Auf vielen Fernzügen fährt ein Speisewagen mit, in dem es warme Gerichte gibt. Bezahlt wird in Złoty, mit Karte auch im Zug.
Regionalbahn und die kleineren Ziele
Viele lohnende Orte liegen direkt an den Hauptstrecken. Malbork mit der Marienburg liegt zwischen Danzig und Warschau, du steigst unterwegs aus und später wieder ein. Andere Ziele erreichst du nur mit Umstieg in den Regionalverkehr, etwa in Ermland-Masuren oder im Südosten des Landes.
Ehrlich bleiben muss man bei zwei Fällen. Nach Zakopane fährt zwar ein Zug, der Bus ist meist schneller und häufiger. Und in dünn besiedelten Regionen sind Busse oft die einzige Verbindung, mit Fahrplänen, die auf den Schulbetrieb ausgerichtet sind. Wer dorthin will, plant mehr Zeit ein oder mietet ein Auto.
Die häufigsten Fehler
Erstens: nach deutschen Städtenamen suchen. Zweitens: zu spät buchen und dann den Normaltarif zahlen. Drittens: in einen Regionalzug ohne Fahrschein einsteigen. In Polen gilt der Kauf vor der Abfahrt, wer erst im Zug löst, zahlt einen Zuschlag, und in manchen Zügen geht es gar nicht. Wenn du am Automaten scheiterst, sprich das Zugpersonal sofort beim Einsteigen an, dann bleibt es kulant.
Viertens: knappe Umstiege planen. Zwanzig Minuten sind in Warschau oder Krakau kein Problem, in kleineren Knoten mit langen Unterführungen schon. Und fünftens: davon ausgehen, dass am Wochenende dasselbe fährt wie werktags. Der Regionalverkehr dünnt sonntags spürbar aus.
Häufige Fragen
Muss man Zugtickets in Polen vorher buchen?
Im Fernverkehr solltest du das tun. Die Tickets kommen in Kontingenten in den Verkauf, der Vorverkauf öffnet einige Wochen vor Abfahrt, und der Preis steigt stufenweise. Ausverkauft sind Fernzüge selten, teuer werden sie schon. In Regionalzügen kaufst du vor dem Einsteigen am Automaten oder Schalter, im Zug wird ein Zuschlag fällig.
Wie lange fährt der Zug von Warschau nach Krakau?
Die schnellsten Verbindungen brauchen rund zweieinhalb Stunden. Sie fahren über die Hauptachse nach Süden, auf der Züge bis 200 Stundenkilometer erreichen. Langsamere Fernzüge auf derselben Strecke sind etwa eine Stunde länger unterwegs und kosten weniger. Beide Bahnhöfe liegen zentral, in Krakau steigst du unter dem Einkaufszentrum neben der Altstadt aus.
Was bedeuten EIP, EIC, IC und TLK?
Das sind die Zuggattungen von PKP Intercity. EIP steht für die schnellsten Züge auf den Hauptachsen, EIC und IC für die normalen Fernzüge, TLK für die günstigere Variante mit mehr Halten und älteren Wagen. Auf allen vieren ist die Platzreservierung im Ticket enthalten. Regionalzüge tragen andere Kürzel und haben freie Platzwahl.
Ist Bahnfahren in Polen günstig?
Im Vergleich zu Deutschland ja, vor allem wenn du früh buchst. Die erste Klasse kostet oft nur wenig mehr als die zweite. Bezahlt wird in Złoty, mit Karte auch am Automaten und im Zug. Lehne am Terminal die Abrechnung in Euro ab und wähle Złoty, sonst zahlst du für einen schlechten Wechselkurs mit.
Kommt man mit dem Zug von Berlin nach Polen?
Ja, und ziemlich bequem. Nach Stettin fahren Regionalzüge in rund zwei Stunden, nach Posen brauchst du etwa drei Stunden, nach Warschau rund sechs. Die durchgehende Verbindung nach Warschau ist reservierungspflichtig. Von Görlitz und Dresden gibt es Verbindungen nach Niederschlesien und Breslau.
Was heißt peron und tor auf dem Bahnsteig?
Peron ist der Bahnsteig, tor das Gleis. Ein Bahnsteig hat zwei Gleise, und die Nummerierung ist unabhängig voneinander. Auf der Anzeige stehen beide Angaben, und du brauchst beide. Wer nur die Peron-Nummer liest, steht zwar richtig, aber möglicherweise auf der falschen Seite.



