Auf einen Blick
- Polnischer NameŻuraw
- Heutige Gestaltab 1442 gebaut
- Antriebzwei Paar Trägräder mit Muskelkraft
- Gehört zumNationalen Maritimen Museum
- Dauer1 bis 2 Stunden mit Uferweg und Fähre
Was das Krantor konnte
Das Żuraw ist kein Tor mit Kran daneben, sondern beides in einem Bauwerk: zwei Backsteintürme, dazwischen ein hölzerner Kasten, unten ein Durchgang zur Stadt. In der heutigen Gestalt entstand es ab 1442, nachdem ein Vorgängerbau abgebrannt war.
Angetrieben wurde es von Muskelkraft. In zwei Paaren großer Holzräder liefen Männer wie in einem Laufrad, und über Seile hob der Kranbalken Lasten von mehreren Tonnen aus den Schiffen. Die zweite Aufgabe war noch wichtiger: Hier wurden Masten gesetzt. Ein Segler ohne Mast ist Fracht, mit Mast ein Schiff, und das machte diesen Kran zu einem Schlüssel des Ostseehandels.
1945 und danach
Im März 1945 brannte das Krantor aus, die Türme blieben als Ruine stehen. Der Wiederaufbau zog sich bis in die Sechzigerjahre, die Trägräder wurden nach alten Zeichnungen neu gezimmert. Seitdem gehört das Haus zum Nationalen Maritimen Museum.
Man sieht dem Bauwerk an, dass es Arbeitsgerät war und kein Schmuckstück. Genau das macht es stark: Zwischen den zierlichen Fassaden der Kaufmannshäuser steht ein schwerer, dunkler Klotz, der nach Hafen aussieht.
Das Museum auf beiden Ufern
Das Maritime Museum verteilt sich über die Motława: das Krantor auf der Stadtseite, drei alte Speicher und das Zentrum für maritime Kultur auf der Insel Ołowianka gegenüber. Dazwischen pendelt ein kleines Boot, die Überfahrt dauert kaum zwei Minuten und ist der billigste Bootsausflug der Stadt.
Am Kai liegt die Sołdek, das erste Hochseeschiff, das nach dem Krieg in Polen gebaut wurde. Du kannst durch Maschinenraum, Kombüse und Kajüten laufen. Es ist eng, niedrig und lehrreich, gerade für Kinder.
Tickets: Krantor, Speicher, Sołdek und das Zentrum für maritime Kultur gehören zum selben Museum und haben Einzeltickets sowie ein gemeinsames Ticket. Wer mehr als zwei Häuser sehen will, fährt mit dem Kombiticket besser. Die Fähre über die Motława wird getrennt bezahlt. Alles in Złoty, die Karte funktioniert, die Abrechnung in Euro lehnst du ab.
Der Uferweg Długie Pobrzeże
Vor dem Krantor läuft die Promenade am Wasser entlang. Sie war früher der Kai, an dem die Schiffe festmachten, und die Häuser dahinter haben deshalb zwei Fronten: eine zur Gasse, eine zum Wasser.
Die Durchgänge in die Stadt heißen Wassertore und tragen eigene Namen. Durch das Marientor kommst du in die Ulica Mariacka, die Gasse mit den Bernsteinwerkstätten, durch das Grüne Tor auf den Langen Markt. Nimm nicht immer denselben, dann siehst du die Rechtstadt jedes Mal anders.
Tipp: Geh am späten Nachmittag auf die andere Seite, entweder mit der Fähre oder über die Fußgängerbrücke zur Speicherinsel. Von dort steht die Sonne hinter dir, und du hast das Krantor mit der ganzen Häuserzeile im Bild. Von der Stadtseite fotografierst du am Abend gegen das Licht.
Was in der Nähe liegt
Fünf Minuten nach Norden liegt die Marienkirche, dazwischen die Ulica Mariacka mit dem Bernstein in den Kellern. Vom Kai vor dem Grünen Tor fahren im Sommer die Ausflugsschiffe nach Westerplatte, vorbei an Werft und Hafen. Alle Orte der Stadt stehen unter Danzig Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istAm Kai staut es sich mittags, wenn die Gruppen von den Kreuzfahrtschiffen kommen. Geh dann über die Fähre oder die Brücke auf die andere Seite, dort ist die Promenade breiter und deutlich leerer. Früh am Morgen hast du den Uferweg fast für dich.
- Wenn es regnetDas Maritime Museum liegt auf beiden Ufern im Trockenen, die Speicher auf Ołowianka füllen locker zwei Stunden. Der Uferweg selbst hat kaum Unterstand, die Durchgänge der Wassertore helfen nur für einen kurzen Schauer.
- Mit KindernSehr gut. Die Trägräder, der enge Maschinenraum der Sołdek und die kurze Fährfahrt sind konkret genug, um zu wirken. Achte am Kai auf die Kante, sie ist nicht überall gesichert.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Promenade ist eben, aber gepflastert und an manchen Stellen schmal. Ins Krantor führen enge, steile Treppen ohne Aufzug. Die Speicher auf der anderen Seite sind besser erschlossen, die Fähre hat beim Ein- und Aussteigen einen Höhenunterschied.
Häufige Fragen
Wofür wurde das Krantor in Danzig benutzt?
Für zwei Dinge. Es hob Lasten aus den Schiffen und wieder hinein, angetrieben von Männern, die in großen Holzrädern liefen. Und es setzte Masten, was für eine Hafenstadt wichtiger war als jede einzelne Fracht. Gleichzeitig war es ein Stadttor: Unten führt ein Durchgang von der Uferpromenade in die Rechtstadt.
Ist das Krantor original?
Teilweise. Der Bau von 1442 brannte im März 1945 aus, die Backsteintürme blieben als Ruine stehen. Der hölzerne Mittelteil mit den Trägrädern wurde nach alten Zeichnungen rekonstruiert, der Wiederaufbau zog sich bis in die Sechzigerjahre. Was du siehst, ist also historische Substanz plus sorgfältige Rekonstruktion.
Lohnt sich die Fähre über die Motława?
Ja, und zwar unabhängig vom Museum. Die Überfahrt dauert keine zwei Minuten, kostet wenig und bringt dich auf die Seite, von der aus die Altstadtsilhouette am besten aussieht. Wer lieber läuft, nimmt die Fußgängerbrücke zur Speicherinsel und kommt über den nächsten Übergang zurück.
Wie viel Zeit sollte man am Motława-Ufer einplanen?
Für den Weg vom Grünen Tor bis zum Krantor und zurück reichen dreißig Minuten. Mit dem Maritimen Museum, dem Museumsschiff Sołdek und der Fähre auf die andere Seite wird ein halber Tag daraus. Am schönsten ist der Uferweg am frühen Morgen und in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang.






