Niederschlesien · Breslau

Verkehr in Breslau: Tram, Bahn & Anreise

Breslau ist eine Stadt der kurzen Wege: Die Altstadt läufst du in einer Viertelstunde durch, alles andere erreichst du mit der Tram. Das Netz ist eines der dichtesten in Polen, die Fahrzeiten sind kurz, und ein Ticket kostet einen Bruchteil dessen, was du aus Deutschland kennst. Das Auto brauchst du hier nicht, im Zentrum stört es sogar.

Auf einen Blick

  • HauptbahnhofWrocław Główny, gebaut 1855 bis 1857
  • FlughafenWrocław Airport (WRO), gut 10 km südwestlich
  • NahverkehrTram und Bus, dichtes Netz, Nachtlinien
  • Innenstadtweitgehend autofrei, Parken kostenpflichtig
  • BezahlenZłoty, Kartenzahlung auch am Automaten

Anreise mit der Bahn

Wrocław Główny ist der wichtigste Knoten im Südwesten Polens. Aus Deutschland kommst du über Berlin oder über Dresden und Görlitz, teils mit Umstieg an der Grenze, innerhalb Polens fahren schnelle Züge nach Poznań, Warszawa und Kraków. Fahrkarten kaufst du online oder am Schalter, Sitzplatzreservierung ist im Fernverkehr Pflicht und im Preis enthalten.

Tickets: Fernverkehrstickets buchst du beim staatlichen Anbieter PKP Intercity, am günstigsten früh und online. Regionalzüge in Niederschlesien fahren unter eigener Marke, dafür kaufst du am Automaten oder im Zug. Preise stehen in Złoty, die Karte wird akzeptiert.

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Der Hauptbahnhof ist selbst eine Station

Wrocław Główny wurde 1855 bis 1857 gebaut und sieht aus wie ein englisches Schloss: gelbe Fassade, Zinnen, Türmchen. Vor der Fußball-Europameisterschaft 2012 wurde das Gebäude gründlich saniert, seither ist die Halle hell und die Wandelgänge sind wieder sichtbar. Steig ruhig eine Minute früher aus dem Takt aus und schau dich um, du stehst in einem der ältesten erhaltenen Großbahnhöfe Europas. Zur Altstadt sind es rund zwanzig Gehminuten oder drei Tramstationen.

Tram und Bus: das Netz der Stadt

Der städtische Betreiber bedient Tag und Nacht ein Netz, das die Altstadt umkreist statt sie zu queren. Zur Jahrhunderthalle im Osten fährst du direkt, ebenso nach Nadodrze im Norden und zu den Wohnvierteln im Süden. Nach Mitternacht übernehmen Nachtlinien, die sich am Hauptbahnhof treffen.

Tickets gibt es an Automaten in den Fahrzeugen und an größeren Haltestellen, Kartenzahlung funktioniert dort zuverlässig. Es gibt Zeittickets, die nach Minuten gestaffelt sind, und Tageskarten, die sich ab der dritten Fahrt lohnen. Entwerten musst du sofort beim Einsteigen, kontrolliert wird in Zivil und ohne Nachsicht.

Tipp: Lade dir vor der Reise eine polnische Fahrplan-App aufs Handy und such nach Haltestellen in polnischer Schreibweise. Die Anzeigen in den Fahrzeugen sind auf Polnisch, und Haltestellen heißen oft nach Straßen, nicht nach Sehenswürdigkeiten. „Rynek“ steht nicht überall dran, wo du in die Altstadt kommst.

Vom Flughafen in die Stadt

Der Flughafen liegt gut zehn Kilometer südwestlich im Stadtteil Strachowice. Eine reguläre Stadtbuslinie fährt vom Terminal in Richtung Hauptbahnhof, nachts übernimmt eine Nachtlinie. Du zahlst den normalen Nahverkehrstarif, ein Sondertarif für Flughafenfahrten existiert nicht. Taxis und Fahrdienst-Apps stehen ebenfalls bereit, bestell sie über die App statt am Ausgang zu verhandeln.

Mit dem Auto: lieber am Rand parken

Die Altstadt ist weitgehend autofrei, der Rynek komplett. Rundherum gilt eine kostenpflichtige Parkzone, die werktags tagsüber abgerechnet wird, am Automaten mit Karte oder per App. Günstiger fährst du mit einem Park-and-Ride-Platz am Stadtrand und der Tram ins Zentrum. Die Autobahn A4 führt südlich an der Stadt vorbei, die Umgehung im Westen quert die Oder auf einer Schrägseilbrücke.

Achtung: In Polen gelten ein paar Regeln, die von den deutschen abweichen. Licht am Auto ist rund um die Uhr Pflicht, die Promillegrenze liegt bei 0,2 und wird streng kontrolliert, und seit 2021 haben Fußgänger schon beim Betreten des Zebrastreifens Vorrang. Auf einzelnen Autobahnabschnitten wird Maut erhoben, etwa zwischen Katowice und Kraków.

Zu Fuß und mit dem Rad

Vom Rynek zur Dominsel läufst du eine knappe Viertelstunde, unterwegs kommst du an der Markthalle vorbei. Das Pflaster ist stellenweise grob, feste Schuhe helfen. Breslau ist außerdem flach, das Radwegenetz ist ordentlich ausgebaut und es gibt ein städtisches Leihsystem mit Stationen im Zentrum. Für die Strecke zur Jahrhunderthalle am Fluss entlang ist das die schönste Variante.

Bezahlen unterwegs

Alles läuft in Złoty. Ticketautomaten, Parkscheinautomaten und Leihräder nehmen Karten, Bargeld brauchst du im Nahverkehr kaum. Lehne am Terminal die Abrechnung in Euro ab und wähle Złoty, sonst zahlst du den Aufschlag der Umrechnung. Wo du danach am besten wohnst, steht auf der Seite Hotels in Breslau, und was sonst auf dem Programm steht, auf der Seite Breslau Sehenswürdigkeiten.

Häufige Fragen

Braucht man in Breslau ein Auto?

Nein. Die Altstadt ist autofrei und klein genug zum Laufen, alles Weitere erreichst du mit Tram und Bus im dichten Takt. Wer mit dem Auto anreist, stellt es am besten auf einem Park-and-Ride-Platz am Stadtrand oder in einem Parkhaus ab und fährt die letzten Kilometer mit der Tram. Im Zentrum ist Parken kostenpflichtig und knapp.

Wie kommt man vom Flughafen Breslau ins Zentrum?

Mit einer regulären Stadtbuslinie, die vom Terminal in Richtung Hauptbahnhof fährt, nachts mit einer Nachtlinie. Es gilt der normale Nahverkehrstarif, das Ticket ziehst du am Automaten mit Karte. Alternativ nimmst du ein Taxi oder eine Fahrdienst-App, die du besser vorab buchst als am Ausgang aushandelst. Die Fahrt dauert je nach Verkehr rund eine halbe Stunde.

Wie funktionieren Tickets für Tram und Bus in Breslau?

Du kaufst sie am Automaten im Fahrzeug oder an größeren Haltestellen, mit Karte oder bar in Złoty. Es gibt Zeittickets nach Minuten gestaffelt und Tageskarten, die sich ab der dritten Fahrt rechnen. Entwerte sofort beim Einsteigen, sonst gilt das Ticket nicht. Kontrolliert wird in Zivil, ein Versehen kostet dich das Vielfache des Fahrpreises.

Wie weit ist der Hauptbahnhof von der Altstadt entfernt?

Rund zwanzig Minuten zu Fuß oder drei Stationen mit der Tram. Der Weg führt durch ein Geschäftsviertel und ist unspektakulär, aber unproblematisch. Wer mit Gepäck ankommt, nimmt die Tram, wer Zeit hat, läuft. Das Bahnhofsgebäude selbst von 1855 bis 1857 lohnt einen Blick, bevor du losgehst.

Gibt es in Breslau eine Umweltzone?

Eine Umweltzone nach dem Muster von Warschau gibt es in Breslau nicht. Die Innenstadt ist stattdessen weitgehend für den Autoverkehr gesperrt und rundherum kostenpflichtig zu beparken. Wenn du ohnehin durch Polen fährst, informier dich vor der Weiterreise über die Regelungen in anderen Städten, sie ändern sich.