Auf einen Blick
- Gericht der Stadtpyry z gzikiem, Pellkartoffeln mit Quark
- Spezialitätrogal świętomarciński, EU-weit geschützt
- Hochsaison11. November, der Martinstag
- MärkteRynek Jeżycki und Rynek Łazarski
- BezahlenZłoty, Karte fast überall
Pyry z gzikiem: das Gericht der Stadt
„Pyry“ ist das großpolnische Wort für Kartoffeln, „gzik“ ist Quark, verrührt mit Sahne, Schnittlauch, Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Auf den Teller kommen Pellkartoffeln, oft in der Schale, daneben ein großer Klecks davon. Mehr ist es nicht, und genau deshalb schmeckt es nur, wenn beide Zutaten gut sind.
Du bekommst es in Milchbars und in Lokalen mit regionaler Küche. In einer „bar mleczny“ zahlst du dafür so wenig, dass sich die Frage nach dem zweiten Gang gar nicht stellt. Diese Kantinen sind kein Nostalgieprogramm, sondern werden bis heute genutzt, von Studierenden, Handwerkern und Rentnern am selben Tisch.
Das Martinshörnchen
Der rogal świętomarciński ist ein schweres Hörnchen aus Blätterteig, gefüllt mit weißem Mohn, Nüssen, Rosinen und kandierten Früchten, obendrauf Zuckerguss und gehackte Nüsse. Seit 2008 ist der Name in der EU geschützt, und nur zertifizierte Betriebe dürfen ihn verwenden. Wer das Zertifikat hat, hängt die Urkunde sichtbar in den Laden.
Der große Tag ist der 11. November: Dann zieht der Martinsumzug über die ulica Święty Marcin, und die Bäckereien der Stadt kommen kaum nach. Den Rest des Jahres bekommst du die Hörnchen ebenfalls, aber nicht überall. Eins ist groß und sehr süß, für eine Person meistens zu viel. Wie es gemacht wird, zeigt dir das Rogal-Museum am Stary Rynek.
Weitere Klassiker aus Großpolen
Zum Martinstag gehört hier auch die Gans: „gęsina“ ist im November das Festessen der Region. Dazu kommen „plendze“, also Kartoffelpuffer, „szagówki“, schräg geschnittene Kartoffelklöße, und „ser smażony“, ein gebratener Käse mit Kümmel, der aufs Brot kommt. Wer mutig ist, probiert czernina, die süßsaure Suppe aus Entenblut, die in Großpolen zu Hause ist.
Dazu kommt alles, was du in ganz Polen bekommst: Pierogi, Bigos, Żurek, Placki ziemniaczane. Was davon was ist, steht auf der Seite zur polnischen Küche.
Wo du isst
Am Stary Rynek sitzt du am schönsten und zahlst am meisten. Geh eine Gasse weiter, und die Rechnung sieht anders aus, ohne dass das Essen schlechter wird. In Poznań ist dieser Unterschied besonders deutlich, weil das Preisniveau in den Wohnvierteln von Studierenden bestimmt wird.
In Jeżyce westlich des Zentrums liegen kleine Lokale in Altbauten, ähnlich in Wilda im Süden. An den Quartiersmärkten Rynek Jeżycki und Rynek Łazarski stehen Hallen und Stände mit Obst, Gemüse, Käse, Blumen und im Herbst mit Pilzen aus den Wäldern der Region. Für einen Nachmittag mit Kaffee, Läden und Kunst unter einem Dach funktioniert das Stary Browar.
Tipp: Iss einmal mittags in einer Milchbar. Die Karte hängt an der Wand, meist nur auf Polnisch, du bestellst an der Theke und trägst das Tablett selbst. „Zupa“ ist Suppe, „drugie danie“ der Hauptgang. Wenn du nichts verstehst, zeig auf das, was dein Vordermann genommen hat, das klappt zuverlässiger als jede Übersetzung.
Studentenpreise und was das heißt
Mit rund hunderttausend Studierenden ist Poznań eine der günstigsten Großstädte Polens. Das gilt für Mittagsmenüs, Bier und Kaffee, nicht aber für die Terrassen am Marktplatz und nicht in Messewochen, wenn die Stadt voller Geschäftsreisender ist. In diesen Wochen reservierst du abends besser, und zwar auch in Lokalen, die sonst halb leer sind.
Gut zu wissen: Leitungswasser wird in Polen selten von selbst serviert. Bestellst du Wasser, fragt die Bedienung nach „gazowana“ oder „niegazowana“, also mit oder ohne Kohlensäure. Trinkgeld liegt bei rund zehn Prozent und gibst du am besten bar, weil es sonst nicht immer ankommt. „Rachunek poproszę“ heißt: die Rechnung, bitte.
Bezahlen
Gezahlt wird in Złoty, auch wenn die Karte aus Deutschland kommt. Kartenzahlung ist Standard, kontaktlos, selbst für den Kaffee zum Mitnehmen. Wenn dir das Terminal anbietet, den Betrag gleich in Euro abzurechnen, lehnst du ab und wählst Złoty, sonst zahlst du den Aufschlag der dynamischen Währungsumrechnung. Wo du danach schläfst, steht auf der Seite Hotels in Posen, und was du dir ansiehst, auf der Seite Posen Sehenswürdigkeiten.
Häufige Fragen
Was muss man in Posen unbedingt probieren?
Zwei Dinge. Erstens pyry z gzikiem, Pellkartoffeln mit angemachtem Quark, das Alltagsgericht der Region. Zweitens den rogal świętomarciński, das Martinshörnchen mit weißem Mohn, Nüssen und kandierten Früchten. Dazu passt ein gebratener Käse mit Kümmel aufs Brot. Wer im November da ist, isst außerdem Gans, das ist hier Tradition.
Was ist ein rogal świętomarciński?
Ein schweres Hörnchen aus Blätterteig mit einer Füllung aus weißem Mohn, Nüssen, Rosinen und kandierten Früchten, überzogen mit Zuckerguss und gehackten Nüssen. Der Name ist seit 2008 EU-weit geschützt, nur zertifizierte Betriebe dürfen ihn führen. Hochsaison ist der 11. November. Ein Hörnchen reicht gut für zwei Personen.
Ist Essen in Posen günstig?
Ja, im Vergleich zu deutschen Städten deutlich, und auch im Vergleich zu Kraków. Dafür sorgen rund hunderttausend Studierende. Am günstigsten isst du mittags in einer Milchbar, am teuersten auf den Terrassen am Stary Rynek. In Messewochen ziehen die Preise an und die Lokale sind voll, dann reservierst du besser.
Was ist eine Milchbar?
Eine bar mleczny ist eine subventionierte Kantine mit einfacher polnischer Küche: Suppen, Pierogi, Kartoffelgerichte, Kompott. Du bestellst an der Theke, die Karte hängt an der Wand, meist nur auf Polnisch. Die Milchbars stammen aus der Nachkriegszeit, werden aber bis heute ganz normal genutzt und sind die günstigste warme Mahlzeit der Stadt.
Kann man in Posen überall mit Karte zahlen?
Fast überall, auch für kleine Beträge und kontaktlos. Bargeld brauchst du nur auf Märkten und für Trinkgeld. Gezahlt wird in Złoty, nicht in Euro. Lehne am Terminal die angebotene Abrechnung in Euro ab und wähle Złoty, sonst kostet dich die dynamische Währungsumrechnung jedes Mal einen Aufschlag.




