Auf einen Blick
- WoiwodschaftKleinpolen (Małopolska)
- Polnischer NameKraków
- UNESCO-WelterbeAltstadt, Wawel und Kazimierz seit 1978
- Für die Altstadt2 bis 3 Tage
- Vorher buchenWawel, Schindlers Fabrik, Rynek Underground, Wieliczka
- Beste ReisezeitMai bis Juni und September
Die 20 wichtigsten Orte in Kraków
Die Reihenfolge ist eine Empfehlung, keine Rangliste für Rechthaber. Wenn du nur einen Tag hast, machst du die Nummern 1 bis 8 und bist zufrieden.
1 Rynek Główny
Der Hauptmarkt misst rund 200 mal 200 Meter und gilt als größter mittelalterlicher Marktplatz Europas. Angelegt wurde er 1257, als die Stadt nach Magdeburger Recht neu vermessen wurde. Seitdem hat sich der Grundriss nicht verschoben.
Geh zweimal hin: einmal früh am Morgen, wenn die Lieferwagen weg sind und der Platz leer wirkt, und einmal nach Einbruch der Dunkelheit. Alles zum Platz, zu den Kutschen und zu den Terrassenpreisen steht auf der Seite zum Rynek Główny.
2 Tuchhallen (Sukiennice)
Der lange Hallenbau mitten auf dem Platz war Handelshaus und ist bis heute Markt. Unten reihen sich Stände mit Bernstein, Holz und Souvenirs, oben hängt die Galerie polnischer Kunst des 19. Jahrhunderts, ein Zweig des Nationalmuseums.
Die Galerie ist der beste Ort, um zu verstehen, warum polnische Geschichtsmalerei so groß und so politisch ist. Auf der Terrasse zur Ostseite blickst du direkt auf die Marienkirche.
3 Marienkirche und Veit-Stoß-Altar
Der geschnitzte Flügelaltar von Veit Stoß ist der größte gotische Altar dieser Art und allein die Reise wert. Die Flügel werden einmal am Tag geöffnet, davor stehen alle im Halbkreis und warten.
Vom höheren Turm bläst zu jeder vollen Stunde ein Trompeter den Hejnał in vier Himmelsrichtungen und bricht mitten im Ton ab. Details, Ticketlogik und Kleiderordnung auf der Seite zur Marienkirche.
4 Rynek Underground
Unter dem Marktplatz liegt seit 2010 ein Museum, das die Ausgrabungen sichtbar lässt: Straßenniveaus des Mittelalters, Werkstätten, Handelswege. Es ist kühl, dunkel und für Kinder erstaunlich gut gemacht.
Die Tickets laufen über Zeitfenster und sind an vollen Tagen mittags weg. Buche am Vorabend, dann kostet es dich keine Nerven.
5 Rathausturm
Der schiefe Turm am Westrand des Platzes ist der Rest des Rathauses, das 1820 abgetragen wurde. Innen führen enge Stufen nach oben, die Aussicht geht über die Dächer der Altstadt.
Wenn dir das zu eng ist: Der Blick vom Platz auf den Turm ist ohnehin der schönere, besonders in der Abendsonne.
6 Wawel: Burg und Höfe
Auf dem Kalkfelsen über der Weichsel residierten die polnischen Könige. Der Arkadenhof aus der Renaissance ist frei zugänglich, die Ausstellungen im Inneren haben getrennte Tickets mit Tageskontingenten.
Plane den Wawel nicht als Zwischenstopp. Was sich lohnt und was du auslassen kannst, steht auf der Seite zu Burg und Kathedrale.
7 Wawel-Kathedrale
Krönungskirche und Grablege der Könige, dazu die Särge von Nationaldichtern und Staatsmännern. Die vergoldete Kuppel der Sigismundkapelle siehst du schon vom Fluss aus.
Im Turm hängt die Sigismundglocke von 1520, die nur zu hohen Feiertagen und Staatsanlässen geläutet wird. Der Weg zu ihr führt über schmale Holztreppen.
8 Drachenhöhle
Vom Wawel führt eine Wendeltreppe hinunter in eine Kalksteinhöhle und wieder hinaus ans Weichselufer. Unten steht der feuerspeiende Drache aus Bronze, der Kraków seit den Siebzigerjahren als Wahrzeichen dient.
Die Höhle ist saisonal geöffnet und in fünfzehn Minuten erledigt. Mit kleinen Kindern ist sie der Höhepunkt des Tages.
9 Collegium Maius
Das älteste Universitätsgebäude Polens hat einen gotischen Arkadenhof, den du ohne Ticket betreten darfst. Mehrmals täglich spielt die Hofuhr die Studentenhymne, während sich Figuren drehen.
Das Museum im Inneren zeigt astronomische Instrumente aus der Zeit, als hier Kopernikus studierte, und ist nur mit Führung zu sehen.
10 Franziskanerkirche
Zwei Gassen südlich des Marktplatzes steht die Kirche mit den Glasfenstern und Wandmalereien von Stanisław Wyspiański. Das große Fenster über der Empore zeigt Gott als Schöpfer und wirkt aus der Nähe fast modern.
Der Eintritt in den Kirchenraum ist frei, es ist ein aktives Gotteshaus. Während der Messe bleibst du hinten oder kommst später wieder.
11 Planty
Der grüne Ring liegt genau dort, wo bis Anfang des 19. Jahrhunderts die Stadtmauer stand. Vier Kilometer Weg, Bänke, alte Bäume, und du kommst überall in der Altstadt heraus.
Für den Rückweg zum Hotel ist die Runde angenehmer als jede Gasse. Mehr dazu auf der Seite zu Planty und Barbakane.
12 Barbakane und Florianstor
Die runde Backsteinfestung von 1499 ist eine der wenigen erhaltenen Barbakanen Europas und die am besten bewahrte. Dahinter beginnt am Florianstor der Königsweg zum Wawel.
An der letzten Mauerstrecke hängen Bilder lokaler Maler. Das ist Kitsch und Handwerk gemischt, aber ein ehrlicher Markt.
13 Czartoryski-Museum
Hier hängt „Dame mit dem Hermelin“ von Leonardo da Vinci, eines der wenigen sicher zugeschriebenen Gemälde des Malers. Der Raum ist klein, das Bild kleiner als erwartet, der Eindruck bleibt trotzdem.
Das Museum liegt nahe am Florianstor und lässt sich gut mit der Mauerstrecke verbinden. An freien Eintrittstagen ist der Andrang groß.
14 Kazimierz
Kazimierz war ab 1335 eine eigene Stadt und wurde für Jahrhunderte zum Zentrum jüdischen Lebens in Kleinpolen. Sieben Synagogen und zwei alte Friedhöfe stehen noch.
Geh das Viertel nicht als Ausgehmeile an. Was hier passiert ist und wie du es respektvoll besuchst, steht auf der Seite zu Kazimierz.
15 Remuh-Synagoge und alter Friedhof
Die kleine Synagoge an der Szeroka wird bis heute für Gottesdienste genutzt. Daneben liegt der Friedhof von 1535 mit den Grabsteinen, die nach dem Krieg aus Bruchstücken zu einer Mauer gefügt wurden.
Männer bedecken den Kopf, am Eingang liegen Kippot bereit. Am Schabbat bleibt der Bereich für Besucher geschlossen.
16 Skałka
Die Paulinerkirche am Südrand von Kazimierz gilt als Ort, an dem Bischof Stanislaus 1079 getötet wurde. In der Krypta liegen polnische Künstler und Gelehrte, darunter Wyspiański und der Chronist Jan Długosz.
Der Teich davor mit der Statue ist einer der stillsten Plätze der Stadt. Zwischen zwei Museen tut das gut.
17 Kościuszko-Hügel
Der künstlich aufgeschüttete Hügel im Westen trägt ein Denkmal für den Freiheitskämpfer Tadeusz Kościuszko und bietet den weitesten Blick über die Stadt. Bei klarer Luft siehst du bis zur Tatra.
Der ältere Krakus-Hügel im Süden kostet nichts und ist meist leer. Beide Varianten findest du unter Hügel und Aussichtspunkte.
18 Nowa Huta
Ab 1949 baute man östlich der Stadt eine komplette Arbeiterstadt mit Stahlwerk, breiten Achsen und Arkaden. Geplant war eine Stadt ohne Kirche, gebaut wurde am Ende trotzdem eine, nach jahrelangem Streit.
Die Tram bringt dich in einer knappen halben Stunde hin. Warum sich der Weg lohnt, steht unter Nowa Huta.
19 Salzbergwerk Wieliczka
Seit 1978 UNESCO-Welterbe, hundert Meter unter der Erde eine ganze Kapelle aus Salz. Der Besuch dauert lange, führt über mehrere hundert Stufen und ist nur mit Führung möglich.
Unten ist es kühl, nimm eine Jacke mit. Alle Details stehen unter Wieliczka.
20 Zakopane und die Tatra
Zwei Stunden mit dem Bus, dann stehst du am Fuß der einzigen Hochgebirgskette Polens. Die Hauptstraße Krupówki ist voll, die Berge dahinter sind es wert.
Für den Tag brauchst du festes Schuhwerk und Wetterrespekt. Mehr unter Zakopane und Tatra.
Tipp: Kauf am ersten Morgen eine obwarzanek am Straßenwagen und iss sie im Gehen. Danach weißt du, warum die Krakauer ihre Frühstücksbrezel verteidigen, und du hast am Rynek nicht das Dreifache für einen Kaffee bezahlt.
Orte der Erinnerung
Zwei der wichtigsten Ziele rund um Kraków sind keine Sehenswürdigkeiten, sondern Gedenkorte. Sie gehören trotzdem in jede Planung, nur eben anders.
In der ehemaligen Emailwarenfabrik an der Lipowa zeigt das Museum der Stadt die Besatzungszeit von 1939 bis 1945. Gleich daneben liegt Podgórze mit den Resten der Gettomauer und dem Platz der Gettohelden. Wie du diesen Teil der Stadt besuchst, steht auf der Seite zu Schindlers Fabrik und Podgórze.
Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau liegt rund 65 Kilometer westlich. Der Eintritt ist frei, eine Reservierung ist verpflichtend, und der Besuch füllt einen ganzen Tag. Plane davor und danach nichts anderes ein.
Was ein Zeitfenster braucht
Vier Orte in dieser Liste kannst du nicht spontan betreten. Wer erst vor Ort bucht, bekommt in der Hauptsaison entweder nichts oder eine Uhrzeit, die den Tag zerschneidet.
| Ort | Buchung | Zeit einplanen |
|---|---|---|
| Wawel, Innenräume | Tageskontingente, vorab online | 2 bis 3 Stunden |
| Schindlers Fabrik | Zeitfenster, oft Tage im Voraus weg | 2 Stunden |
| Rynek Underground | Zeitfenster, am Vorabend buchen | 1 bis 2 Stunden |
| Wieliczka | nur mit Führung, Sprache wählen | halber Tag |
| Auschwitz-Birkenau | Reservierung verpflichtend | ganzer Tag |
| Collegium Maius | Führung mit kleiner Gruppengröße | 1 Stunde |
Tickets: Fast alle Häuser verkaufen ihre Zeitfenster über die eigene Website, nicht über Drittanbieter. Bezahlt wird in Złoty. Wenn das Kartenterminal dir anbietet, in Euro abzurechnen, lehnst du ab und wählst Złoty, sonst zahlst du den Aufschlag der dynamischen Währungsumrechnung. Städtische Museen haben je einen Tag mit freiem Eintritt, an dem die Schlangen entsprechend lang sind.
Routen für einen, zwei und drei Tage
Tag eins gehört der Altstadt: Barbakane, Florianstor, Floriańska, Rynek mit Tuchhallen und Marienkirche, dann Grodzka hinunter zum Wawel. Das ist der historische Königsweg, und er funktioniert bis heute als Spaziergang. Wenn du unterwegs Zeit hast, schiebst du das Collegium Maius dazwischen.
Tag zwei gehört Kazimierz und Podgórze. Vormittags die Synagogen und der Friedhof an der Szeroka, mittags über die Fußgängerbrücke auf die andere Weichselseite, nachmittags die Fabrik an der Lipowa. Abends bist du müde, und das ist angemessen.
Tag drei ist der Ausflugstag: entweder Wieliczka am Vormittag und Nowa Huta am Nachmittag, oder ein ganzer Tag Tatra, oder die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Kombiniere Wieliczka und Auschwitz-Birkenau nicht an einem Tag, auch wenn Anbieter das verkaufen. Das wird beiden Orten nicht gerecht.
Gut zu wissen: Kirchen in Kraków sind aktive Gotteshäuser. Schultern und Knie bleiben bedeckt, während der Messe wird nicht besichtigt und nicht fotografiert. In vielen Kirchen brauchst du für Fotos ohnehin eine eigene Erlaubnis, und in der Marienkirche gibt es einen getrennten Eingang für Besucher.
Wie du die Stadt sonst noch siehst
Zwischen den großen Namen liegt der Alltag: die Markthalle an der Grzegórzecka am Sonntagmorgen, das Weichselufer mit den Booten, der Botanische Garten hinter dem Bahnhof, der türkisfarbene Steinbruchsee Zakrzówek im Süden. Nichts davon steht auf Pflichtlisten, und genau deshalb sind es die Stunden, an die du dich später erinnerst.
Wenn du zwischendurch nicht weißt, wo du essen sollst, lies die Seite zu Essen und Trinken. Und wenn du wissen willst, welche Fehler die meisten Besucher machen, stehen sie gesammelt im Überblick zu Kraków.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Krakau?
Zwei volle Tage decken die Altstadt, den Wawel und Kazimierz ab, ohne dass du hetzen musst. Drei bis vier Tage sind besser, weil du dann einen Tag für einen Ausflug frei hast: das Salzbergwerk Wieliczka, die Tatra oder die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Wer nur einen Tag hat, bleibt innerhalb der Planty und lässt alles außerhalb weg.
Welche Sehenswürdigkeiten in Krakau sind kostenlos?
Der Rynek Główny, die Planty, der Arkadenhof des Collegium Maius, die Höfe und Gärten des Wawel sowie der Krakus-Hügel kosten nichts. Kirchen sind für Gläubige frei zugänglich, für den Besichtigungsteil verlangen einige einen Beitrag. Die städtischen Museen haben jeweils einen Tag mit freiem Eintritt, an dem du allerdings mit langen Schlangen rechnen musst.
Was muss man in Krakau vorher buchen?
Vier Dinge: die Innenräume des Wawel, Schindlers Fabrik, das Museum Rynek Underground und das Salzbergwerk Wieliczka. Für die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ist eine Reservierung verpflichtend, auch wenn der Eintritt frei ist. Alles andere kannst du spontan entscheiden. In der Hauptsaison von Juni bis September buchst du besser mehrere Tage im Voraus.
Kann man Krakau gut zu Fuß erkunden?
Ja, das ist sogar die beste Art. Vom Barbakan bis zum Wawel läufst du in etwa zwanzig Minuten, nach Kazimierz sind es weitere zwanzig. Das Kopfsteinpflaster ist uneben, feste Schuhe helfen. Für Nowa Huta, den Kościuszko-Hügel und die Ausflüge nimmst du Tram, Bus oder Zug, alles andere schaffst du bequem zu Fuß.
Wann ist die beste Reisezeit für Krakau?
Mai, Juni und September. Im Juli liegt das Mittel der Höchstwerte bei 25,0 Grad, dafür fallen im Juli rund 107 Millimeter Regen. Der Januar bleibt mit 2,6 Grad im Mittel kalt, und im Winter drückt zusätzlich der Smog aus Kohleheizungen auf die Luft. Der Advent ist trotzdem schön, nur eben kalt und diesig.
Lohnt sich Krakau mit Kindern?
Ja, wenn du mischst. Die Drachenhöhle am Wawel, das Museum unter dem Marktplatz und das Salzbergwerk funktionieren mit Kindern sehr gut. Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wird erst ab etwa vierzehn Jahren empfohlen. Kopfsteinpflaster und Kinderwagen vertragen sich schlecht, eine Trage ist in der Altstadt oft die bessere Wahl.





