Pommern · Danzig

Danzig: 12 Insider-Tipps

Gdańsk ist einfach zu bereisen, wenn du ein paar Dinge vorher weißt: welches Ticket wo gilt, warum du morgens früh aufstehen solltest, wo du ohne Eintritt über die Stadt schaust und wie du beim Bernstein nicht danebengreifst.

Diese zwölf Punkte sparen dir Geld, Zeit und ein paar unnötige Wege. Sie sind sortiert nach dem, was du zuerst brauchst.

Auf einen Blick

  • WährungZłoty, Abrechnung in Euro am Terminal ablehnen
  • TicketsSKM und Tram haben getrennte Tarife
  • Gratis-AussichtGóra Gradowa über der Altstadt
  • WetterWind an der Küste, Jacke schlägt Schirm
  • SonntagHandelsverbot, große Läden geschlossen

Zeit und Wege

1 Steh einmal früh auf

Zwischen sieben und neun Uhr gehört dir der Lange Markt fast allein, das Licht kommt flach über die Motława, und an der Promenade macht die erste Bude auf. Ab elf Uhr kommen die Gruppen von den Kreuzfahrtschiffen und aus den Reisebussen. Die Reihenfolge des Tages entscheidet hier mehr als die Jahreszeit.

2 Nimm die Fähre statt des Umwegs

Am Krantor pendelt ein kleines Boot über die Motława auf die Insel gegenüber. Die Überfahrt dauert keine zwei Minuten, kostet wenig und erspart dir den Weg über die Brücken. Von drüben siehst du außerdem die Altstadtsilhouette, die auf allen Postkarten klebt, und abends mit dem Licht von vorn.

3 Zwei Tickets, zwei Systeme

Das Ticket für Tram und Bus gilt nicht in der SKM, und umgekehrt genauso. Wer beides nutzt, kauft das gemeinsame Metropolticket. Papiertickets für die Bahn entwertest du am Bahnsteig vor dem Einsteigen. Alles dazu steht auf der Seite zum Verkehr in Danzig.

4 Merk dir die polnischen Namen

Auf Anzeigetafeln, Automaten und in Apps steht Gdańsk, nie Danzig. Wichtig sind Gdańsk Główny, Gdańsk Wrzeszcz, Gdańsk Oliwa, dazu Sopot und Gdynia Główna. Wer nach der deutschen Form sucht, findet an polnischen Automaten nichts.

Geld und Einkaufen

5 Zahl in Złoty, nicht in Euro

Polen hat den Złoty. Wenn Terminal oder Geldautomat dir anbietet, in Euro abzurechnen, lehnst du ab und wählst Złoty. Diese dynamische Währungsumrechnung nutzt einen eigenen, schlechteren Kurs. Bargeld holst du am Automaten einer Bank. Mehr dazu im Beitrag Bezahlen in Polen.

6 Bernstein mit Auskunft kaufen

Kauf dort, wo man dir sagt, ob ein Stück gewachsen oder gepresst ist, und auf Wunsch ein Zertifikat mitgibt. Echtes Material ist leicht, schwimmt in stark gesalzenem Wasser und schimmert unter UV-Licht bläulich. Wie du den Rest erkennst, steht auf der Seite zum Bernstein.

7 Sonntags ist Handelsverbot

An den meisten Sonntagen bleiben Supermärkte und größere Läden geschlossen, nur an wenigen Terminen im Jahr wird geöffnet. Restaurants, Cafés und kleine Nachbarschaftsläden haben trotzdem auf. Kauf am Samstag ein, wenn du für Sonntagfrüh etwas brauchst.

Sehen, ohne Eintritt

8 Gratis über die Stadt schauen

Die Góra Gradowa über der Altstadt ist ein Hügel mit alten Befestigungen, einem großen Kreuz und freiem Blick über Stadt, Werft und Hafen. Der Aufstieg kostet nichts und dauert von der Altstadt zwanzig Minuten. Auch die Dachterrasse des Solidarność-Zentrums ist frei zugänglich.

9 Der Uferweg ist der beste Spaziergang

Vom Grünen Tor die Promenade entlang, am Krantor vorbei, mit der Fähre hinüber und über die Brücke zurück: eine Stunde, kein Ticket, und du hast die Rechtstadt einmal umrundet. Die Reihenfolge aller Orte steht unter Danzig Sehenswürdigkeiten.

Fehler, die alle machen

10 Am Langen Markt essen

Speisekarten in sechs Sprachen, Fotos der Gerichte, jemand bittet dich herein: überspringen. Eine Gasse weiter isst du besser und zahlst weniger. Bei Fisch mit Preis pro hundert Gramm fragst du vor dem Bestellen nach dem Gesamtpreis. Alles zur Küche steht unter Essen und Trinken in Danzig.

11 Mit Badehose planen, ohne Jacke kommen

Die Ostsee bleibt hier meist unter zwanzig Grad, und der Wind an der offenen Bucht ist stärker als in der Stadt. Nimm eine winddichte Jacke mit, ein Schirm klappt am Strand ohnehin um. Was ein Tag am Meer taugt, steht auf der Seite zu Sopot.

12 Gedenkorte wie Sehenswürdigkeiten behandeln

Auf Westerplatte liegen Gefallene begraben, in Sztutowo östlich der Stadt liegt die Gedenkstätte Stutthof. Beides sind keine Programmpunkte zwischen zwei Museen. Es gelten Verhaltensregeln wie auf einem Friedhof, für Stutthof ist für Führungen eine Anmeldung nötig und für jüngere Kinder wird der Besuch nicht empfohlen.

Achtung: Alkohol im öffentlichen Raum ist in Polen verboten, das Bier auf der Kaimauer kann teuer werden. Im Verkehr liegt die Promillegrenze bei 0,2 und damit klar unter der deutschen, tagsüber ist Abblendlicht Pflicht. Seit 2021 haben Fußgänger am Zebrastreifen Vorrang, verlass dich trotzdem nicht blind darauf.

Gut zu wissen: Kirchen sind aktive Gotteshäuser. Schultern und Knie bleiben bedeckt, Mütze ab, Handy leise, während der Messe wird nicht besichtigt und nicht fotografiert. Turmaufstiege sind dann geschlossen. Und vier polnische Wörter reichen für den ganzen Aufenthalt: „dzień dobry“ beim Betreten, „poproszę“ beim Bestellen, „dziękuję“ zum Danken, „przepraszam“ zum Entschuldigen.

Häufige Fragen

Was sollte man in Danzig vermeiden?

Die Abrechnung in Euro am Kartenterminal, Wechselstuben direkt am Bahnhof, Restaurants mit mehrsprachigen Fotokarten am Langen Markt und Bernstein ohne Auskunft über die Verarbeitung. Dazu: nicht das Museum des Zweiten Weltkriegs und Westerplatte an einem Tag stapeln, das ist inhaltlich zu viel.

Braucht man in Danzig Bargeld?

Wenig, aber nicht null. Kartenzahlung funktioniert fast überall, auch für Fahrscheine und Kleinbeträge. Ein paar Złoty in bar helfen in Milchbars, an Marktständen, bei Fischbuden und für Trinkgeld. Hol das Geld am Automaten einer Bank und lehne die Umrechnung in Euro ab.

Wo hat man in Danzig kostenlos eine gute Aussicht?

Auf der Góra Gradowa über der Altstadt, einem Hügel mit alten Befestigungen und großem Kreuz, von dem du Stadt, Werft und Hafen überblickst. Frei zugänglich ist auch die Dachterrasse des Solidarność-Zentrums. Für den Turm der Marienkirche zahlst du dagegen Eintritt und steigst rund vierhundert Stufen.

Wie viel Trinkgeld gibt man in Danzig?

Rund zehn Prozent oder Aufrunden ist üblich. Nenne beim Zahlen den Gesamtbetrag, den du geben willst. Sag nicht „dziękuję“, während du Geld oder Karte übergibst, das wird oft als „stimmt so“ verstanden. In Milchbars und an Imbissen ist Trinkgeld nicht üblich.

Ist Danzig sicher für Reisende?

Ja, die Stadt gilt als sicher, auch abends in der Rechtstadt. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen Taschendiebstahl in vollen Gassen und an Bahnsteigen gelten wie überall. Achte an den Kaimauern auf ungesicherte Kanten, besonders mit Kindern, und bade nur dort, wo Rettungsschwimmer im Dienst sind.