Auf einen Blick
- Polnischer NameOstrów Tumski
- Bistumgegründet im Jahr 1000
- KathedraleSt. Johannes der Täufer, gotisch, Türme mit Aussicht
- Ältester BauÄgidiuskirche, aus dem frühen 13. Jahrhundert
- Dauer1 bis 2 Stunden, am besten zur Dämmerung
Der älteste Teil der Stadt
Auf Ostrów Tumski lag die Burg der schlesischen Herzöge, lange bevor es einen Rynek gab. Im Jahr 1000 wurde beim Treffen in Gniezno das Bistum Breslau gegründet, und seitdem ist dieser Fleck kirchliches Gebiet geblieben. Die Stadt wuchs später auf der anderen Seite des Wassers, und das merkst du bis heute.
Zwischen den Backsteinbauten stehen Priesterhäuser, ein Seminar und ein Erzbischöfliches Museum. Auf den Straßen ist es still, Autos sieht man kaum. Das ist die Viertelstunde, in der Wrocław nicht nach Studentenstadt klingt.
Die Kathedrale
Die Kathedrale St. Johannes der Täufer ist ein gotischer Backsteinbau mit zwei hohen Türmen, unter denen du sofort klein wirkst. 1945 brannte sie fast vollständig aus, der Wiederaufbau dauerte Jahrzehnte, die Turmhelme kamen erst spät dazu.
Wichtig für dich: In einen der Türme führt ein Aufzug hinauf zur Aussichtsplattform. Du siehst von dort die Oder, die Inseln, den Rynek und, bei klarer Sicht, die Kuppel der Jahrhunderthalle im Osten. Es ist der bequemste Ausblick der Stadt, weil du dafür keine dreihundert Stufen brauchst.
Rund um die Kathedrale stehen weitere Kirchen, die du im Vorbeigehen mitnimmst: die Kreuzkirche mit zwei übereinanderliegenden Kirchenräumen und die kleine Ägidiuskirche, das älteste erhaltene Gebäude der Stadt aus dem frühen 13. Jahrhundert. Der Durchgang daneben ist so schmal, dass zwei Leute sich seitlich vorbeidrücken müssen.
Gut zu wissen: Die Kathedrale ist eine aktive Bischofskirche. Während der Messe wird nicht besichtigt und nicht fotografiert, der Turmaufzug bleibt dann geschlossen. Schultern und Knie bleiben bedeckt, Mützen ab. Wer nur andächtig sitzen will, ist immer willkommen, das ist der Unterschied zum Museum.
Wie du hinkommst
Zu Fuß, und zwar über das Wasser. Vom Rynek läufst du gut zwanzig Minuten nach Nordosten, vorbei an der Universität und über die Sandinsel. Der schönste letzte Abschnitt ist die Tumski-Brücke, eine schmale Eisenkonstruktion mit zwei Heiligenfiguren an den Pfeilern, an deren Geländer sich die Vorhängeschlösser stapeln.
Wer die Beine schonen will, nimmt eine Tram bis zur Haltestelle am Wasser und läuft die letzten Minuten. Ein Auto brauchst du hier nicht, Parkplätze gibt es auf der Insel so gut wie keine.
Der Laternenanzünder
Auf Ostrów Tumski brennen rund hundert Gaslaternen, und sie werden von Hand angezündet. Jeden Abend zur Dämmerung geht ein Mann im langen Mantel mit Zylinder und einer langen Stange von Laterne zu Laterne, morgens macht er sie wieder aus.
Er startet üblicherweise an der Tumski-Brücke. Stell dich fünf bis zehn Minuten vorher hin, halt Abstand und lass ihn arbeiten. Die Runde dauert eine gute halbe Stunde, und du kannst ein Stück mitlaufen. Die Uhrzeit verschiebt sich mit den Jahreszeiten, im Sommer wird es spät, im Dezember schon am Nachmittag dunkel.
Tipp: Plane die Dominsel als Abendprogramm. Nachmittags Markthalle und Tumski-Brücke, dann in Ruhe über die Insel, zur Dämmerung die Laternen, danach zurück über die Sandinsel. So bekommst du das beste Licht und die wenigsten Gruppen an einem Stück.
Tickets: Die Insel selbst ist frei zugänglich und immer offen. Für den Aufzug auf den Kathedralturm und für das Erzbischöfliche Museum zahlst du an der Kasse, eine Vorbuchung gibt es nicht. Beim Betreten der Kathedrale wird um eine Spende gebeten. Bezahlt wird in Złoty, für kleine Beträge ist Bargeld hier praktischer als anderswo.
Was direkt daneben liegt
Nördlich der Kathedrale beginnt der Botanische Garten, der schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegt wurde und im Frühjahr und Sommer eine ruhige Stunde wert ist. Westlich führt die Tumski-Brücke mit den Vorhängeschlössern auf die Sandinsel, von dort sind es zehn Minuten zur Universität und zwanzig zum Rynek. Alle Orte im Überblick stehen unter Breslau Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istRichtig voll wird es nur kurz vor der Dämmerung an der Tumski-Brücke. Stell dich dann nicht ans Geländer, sondern ein Stück weiter in die Straße hinein, dort läuft der Anzünder ohnehin vorbei. Tagsüber ist die Insel selbst im Hochsommer erträglich.
- Wenn es regnetKathedrale, Kreuzkirche und das Erzbischöfliche Museum halten dich trocken, zusammen füllen sie gut eine Stunde. Der Turmaufzug lohnt bei tiefen Wolken nicht. Ausweichen kannst du in die Markthalle fünf Gehminuten weiter.
- Mit KindernMäßig spannend, außer abends: Der Laternenanzünder mit Zylinder und Stange zieht Kinder sofort in den Bann. Sonst hilft die Zwergensuche über die Brücken, und der Aufzug auf den Turm ist bequemer als jeder Kirchturm sonst.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Insel ist eben, aber flächendeckend mit historischem Pflaster belegt, das ordentlich rüttelt. Die Kathedrale ist ebenerdig zugänglich, auf den Turm bringt dich ein Aufzug, allerdings mit ein paar Stufen davor. Die Tumski-Brücke hat an beiden Enden Treppenstufen.
Häufige Fragen
Ist die Dominsel in Breslau wirklich eine Insel?
Heute nicht mehr. Der nördliche Oderarm wurde im 19. Jahrhundert zugeschüttet, seitdem hängt Ostrów Tumski am Festland. Der Name blieb, und über die Tumski-Brücke kommst du weiterhin so hinüber, als wäre es eine Insel. Die echten Inseln liegen westlich davon: Sandinsel und die kleinen Mühleninseln.
Kann man den Turm der Kathedrale in Breslau besteigen?
Ja, und du musst nicht steigen: In einen der beiden Türme führt ein Aufzug zur Aussichtsplattform. Von oben siehst du die Oder mit ihren Inseln, den Rynek und bei klarem Wetter die Jahrhunderthalle. Tickets gibt es an Ort und Stelle. Während der Messen und bei Sturm bleibt die Plattform zu.
Wann kommt der Laternenanzünder auf die Dominsel?
Immer zur Dämmerung, die Uhrzeit wandert also mit der Jahreszeit. Im Hochsommer wird es spät, im Dezember schon am späten Nachmittag dunkel. Er beginnt meist an der Tumski-Brücke und braucht für die rund hundert Gaslaternen eine gute halbe Stunde. Halte Abstand, das ist Arbeit und keine Aufführung.
Wie viel Zeit sollte man für die Dominsel einplanen?
Eine bis zwei Stunden reichen für die Kathedrale, die kleinen Kirchen ringsum und einen Gang über die Insel. Mit Turmaufzug, Botanischem Garten und dem Warten auf die Laternen wird ein halber Abend daraus. Am schönsten ist die letzte Stunde vor Einbruch der Dunkelheit.
Ist die Dominsel kostenlos?
Die Insel, die Gassen, die Tumski-Brücke und der Blick auf die Kathedrale kosten nichts, ebenso der Besuch der Kirchen als Gläubiger, wobei um eine Spende gebeten wird. Bezahlen musst du für den Turmaufzug, das Erzbischöfliche Museum und den Botanischen Garten. Der Laternenanzünder ist umsonst.






