Auf einen Blick
- WoiwodschaftNiederschlesien (Dolnośląskie)
- Polnischer NameWrocław
- Rynekrund 213 mal 178 Meter
- UNESCO-WelterbeJahrhunderthalle, seit 2006
- Für die Stadt2 bis 3 Tage
- Beste ReisezeitMai bis September
Die 15 wichtigsten Orte in Wrocław
Die Reihenfolge ist eine Empfehlung, keine Rangliste. Bis auf zwei Ausnahmen liegt alles im Zentrum, und zwischen den meisten Punkten läufst du keine zehn Minuten. Wer nur einen Tag hat, macht die Nummern 1 bis 3 und 7 bis 11 und hat die Stadt trotzdem verstanden.
1 Rynek und Rathaus
Der Rynek misst rund 213 mal 178 Meter und ist damit nach dem Rynek Główny in Kraków der zweitgrößte mittelalterliche Marktplatz Polens. In der Mitte liegt kein leerer Raum, sondern ein ganzer Häuserblock mit engen Durchgängen, und darin steckt das gotische Rathaus.
An seiner Ostseite hängt eine astronomische Uhr von 1580, die Fassade daneben ist so verspielt, dass man sie kaum für ein Verwaltungsgebäude hält. Ringsum stehen die Bürgerhäuser in Gelb, Grün, Rosa und Blau. Warum das so bunt ist, hat einen ernsten Hintergrund, mehr dazu weiter unten und auf der Seite zum Rynek und Rathaus.
2 Die Zwerge
Weit über achthundert Bronzefiguren sitzen, klettern und schlafen in dieser Stadt, keine zwei sind gleich. Sie sind kein Marketingeinfall, sondern kommen aus dem Widerstand: In den Achtzigerjahren malte die Bewegung Pomarańczowa Alternatywa Zwerge auf die Farbflecken, mit denen die Behörden regierungskritische Parolen übertüncht hatten.
Heute ist die Suche das Beste, was du in Wrocław mit Kindern machen kannst. Wo die bekanntesten stehen und wie die Geschichte weiterging, steht bei den Zwergen von Breslau.
3 Dominsel und Kathedrale
Ostrów Tumski ist der älteste Teil der Stadt und war einmal wirklich eine Insel, bis der Flussarm im 19. Jahrhundert zugeschüttet wurde. Hier stehen die Kathedrale mit ihren beiden hohen Türmen, mehrere Kirchen und viele Häuser, die der Kirche gehören und nicht der Stadt.
Jeden Abend zieht ein Mann im langen Mantel mit einer Stange von Laterne zu Laterne und zündet das Gas an. Das ist kein Schauspiel für Gruppen, sondern seine Arbeit. Alles dazu auf der Seite zur Dominsel und Kathedrale.
4 Jahrhunderthalle
Vier Kilometer östlich vom Rynek steht eine Betonkuppel mit 65 Metern Spannweite, gebaut von 1911 bis 1913 nach Plänen von Max Berg. Als sie fertig war, war sie die größte Kuppel der Welt aus Stahlbeton, und sie sieht bis heute aus, als hätte jemand die Zukunft zu früh gebaut.
Seit 2006 gehört sie zum UNESCO-Welterbe. Ringsum liegen die Pergola mit der Multimedia-Fontäne, ein japanischer Garten und der Zoo. Die Tram fährt hin, Details auf der Seite zur Jahrhunderthalle.
5 Panorama Racławicka
Ein Rundgemälde von 15 Metern Höhe und 114 Metern Länge, gemalt 1893 und 1894 in Lwów, dem heutigen Lwiw. Es zeigt die Schlacht bei Racławice von 1794, in der Bauern mit Sensen kämpften. Du stehst in der Mitte, und der Übergang zwischen Leinwand und aufgeschüttetem Boden ist nicht zu erkennen.
Wie das Bild nach Wrocław kam, erzählt die Geschichte der Stadt nach 1945 in einem Satz. Mehr dazu bei der Panorama Racławicka, und buche vorher ein Zeitfenster.
6 Universität und Aula Leopoldina
Das barocke Hauptgebäude liegt mit einer sehr langen Front an der Oder. Im ersten Stock liegt die Aula Leopoldina, ein Festsaal von 1728 bis 1732 mit Deckenfresken, Figuren und so viel Gold, dass man erst einmal stehen bleibt.
Im selben Ticket steckt meist der Mathematische Turm mit Aussicht über die Dächer. Was du dir ansehen solltest und wie lange es dauert, steht bei Universität und Aula Leopoldina.
7 Markthalle und Tumski-Brücke
Die Hala Targowa von 1908 sieht von außen aus wie eine Backsteinkirche und ist innen eine Halle mit hohen Betonbögen. Unten stehen Obst, Gemüse, Käse und Blumen, oben laufen Galerien um den Raum.
Von dort sind es zwei Minuten zur Tumski-Brücke, an deren Geländer die Vorhängeschlösser hängen. Beides zusammen ist der beste Einstieg in die Inselwelt, siehe Markthalle und Tumski-Brücke.
8 Elisabethkirche mit Aussichtsturm
Die Backsteinkirche an der Nordwestecke des Rynek hat den Turm, auf den du steigen solltest. Es sind gut dreihundert Stufen und kein Aufzug, dafür liegt dir oben der ganze Platz mit dem Rathaus zu Füßen. Der Turm war einmal deutlich höher, bis ein Sturm 1529 die Spitze herunterholte.
Am Fuß der Kirche stehen zwei kleine Häuser, die ein Torbogen verbindet. Sie heißen Jaś i Małgosia, also Hänsel und Gretel, und über dem Durchgang steht auf Latein, dass der Tod die Tür zum Leben sei. Dahinter lag der Friedhof.
9 Maria-Magdalenen-Kirche und Büßerbrückchen
Zwei Türme, dazwischen in gut vierzig Metern Höhe ein schmaler Steg: das Mostek Pokutnic. Der Legende nach müssen dort Mädchen kehren, die zu Lebzeiten lieber tanzten als heirateten. Du kommst über eine lange Treppe hinauf und läufst einmal quer über den Abgrund.
An der Südseite der Kirche sitzt ein romanisches Portal aus dem 12. Jahrhundert, das aus einer abgerissenen Abtei stammt. Es ist das älteste Stück Bauplastik, das du in der Innenstadt frei sehen kannst.
10 Sandinsel und die Brücken
Zwischen Markthalle und Dominsel liegt die Wyspa Piasek mit der Sandkirche, einer gotischen Halle mit ungewöhnlich weiten Gewölben. Daneben liegen die kleinen Mühleninseln, auf denen im Sommer Studenten auf der Wiese sitzen.
Das ist die stillste Viertelstunde im Zentrum. Geh die Brücken einmal in Ruhe ab, statt nur über sie hinweg zu laufen, dann verstehst du, warum die Stadt sich selbst als Stadt der Inseln beschreibt.
11 Plac Solny
Der Salzmarkt schließt direkt an die Südwestecke des Rynek an und war jahrhundertelang der Platz, auf dem Salz gehandelt wurde. Heute stehen dort Blumenstände, viele bis spät in die Nacht, manche rund um die Uhr.
Der Platz ist der schnellste Beweis dafür, dass Wrocław eine Studentenstadt ist. Abends um elf kauft hier jemand Rosen, und niemand findet das seltsam.
12 Nationalmuseum
Das Muzeum Narodowe zeigt vor allem schlesische Kunst, und die mittelalterliche Steinplastik gehört zum Besten, was in Polen zu sehen ist. Grabplatten, Madonnen, Portale: Vieles davon stammt aus Kirchen, die den Krieg nicht überstanden haben.
Das Haus liegt gleich neben der Rotunde mit der Panorama, und beide gehören zusammen. Plane danach nichts Anspruchsvolles mehr.
13 Ossolineum
Hinter der barocken Fassade eines ehemaligen Klosterhospitals sitzt eine der wichtigsten Bibliotheken Polens. Sie kam nach 1945 aus Lwów hierher, zusammen mit einem großen Teil der Menschen, die heute die Stadt bilden, und mit ihr das Manuskript von „Pan Tadeusz“.
Der Innenhof ist meist zugänglich und kostet nichts. Wer tiefer einsteigen will, findet das dazugehörige Museum am Rynek.
14 Nadodrze
Nördlich der Oder liegt ein Viertel, das im Krieg deutlich weniger abbekam als das Zentrum. Die Mietshäuser stehen noch, viele Hinterhöfe sind mit Wandbildern bemalt, dazwischen arbeiten kleine Werkstätten.
Das ist kein Museumsviertel und will auch keines sein. Geh am Nachmittag hin, schau in die Durchgänge und rechne damit, dass frisch renovierte Häuser neben sehr müden stehen.
15 Zoo mit Afrykarium
Der Zoo neben der Jahrhunderthalle wurde 1865 eröffnet und ist damit der älteste in Polen. Die große Halle namens Afrykarium führt dich durch afrikanische Gewässer, vom Riff bis zum Kongobecken, mit Scheiben, hinter denen Seekühe und Haie schwimmen.
Mit Kindern ist das ein ganzer Tag, und du kombinierst ihn am besten mit der Fontäne in der Pergola nebenan. Ohne Kinder kannst du ihn guten Gewissens auslassen.
Tipp: Steh einmal früh auf. Zwischen sieben und neun Uhr gehört dir der Rynek fast allein, das Licht steht flach zwischen den Giebeln, und die Zwerge lassen sich in Ruhe suchen. Ab dem späten Vormittag stehen die Gruppen genau dort, wo du gerade fotografieren wolltest.
Warum die Stadt so bunt aussieht
Bereits im Sommer 1944 erklärte die deutsche Führung Breslau zur Festung, im Februar 1945 wurde die Stadt eingeschlossen. Die Zivilbevölkerung wurde bei strengem Frost aus der Stadt getrieben, viele starben auf dem Weg. Die Belagerung dauerte bis zum 6. Mai 1945, und am Ende lagen rund siebzig Prozent der Stadt in Trümmern.
Danach änderte sich alles: Die deutschen Bewohner mussten die Stadt verlassen, neue kamen aus Zentralpolen und in großer Zahl aus Lwów und den anderen Gebieten im Osten, die Polen abtreten musste. Wrocław ist deshalb eine Stadt, in der fast niemandes Urgroßeltern schon hier lebten.
Der Wiederaufbau begann bei den Bürgerhäusern am Rynek, und die Restauratoren nahmen kräftige Farben, wie sie in früheren Jahrhunderten üblich waren. Ganze Straßenzüge lieferten außerdem Ziegel für den Wiederaufbau von Warszawa. Was du heute siehst, ist also weder Kulisse noch unversehrte Altstadt, sondern eine sehr bewusste Rekonstruktion.
Eine Runde zu Fuß
Start am Rynek, einmal um den Rathausblock herum, dann in die Nordwestecke zu den Hänsel-und-Gretel-Häusern und auf den Turm der Elisabethkirche. Danach zwei Minuten nach Süden zum Plac Solny, wo du das erste Mal merkst, wie dicht hier alles liegt.
Weiter nach Osten zur Maria-Magdalenen-Kirche mit dem Steg zwischen den Türmen, dann zur Universität an der Oder. Von dort läufst du am Wasser entlang zur Sandinsel, über die Brücken auf die Dominsel und bist rechtzeitig zur Dämmerung da, wenn der Laternenanzünder loszieht.
Zurück geht es über die Markthalle. Diese Runde dauert mit Pausen einen Tag, und du hast keinen einzigen Meter mit Bus oder Tram gemacht. Für Jahrhunderthalle, Zoo und Panorama nimmst du am nächsten Tag die Tram, siehe Verkehr in Breslau.
| Ort | Buchung | Zeit einplanen |
|---|---|---|
| Panorama Racławicka | Zeitfenster vorab, oft Tage im Voraus | 1 Stunde |
| Aula Leopoldina | ohne Buchung, Universitätstermine gehen vor | 1 bis 2 Stunden |
| Turm der Elisabethkirche | ohne Buchung, wetterabhängig | 45 Minuten |
| Jahrhunderthalle | Ausstellung ohne Buchung, Veranstaltungen sperren die Halle | halber Tag mit Park |
| Rathaus und Stadtmuseum | an der Kasse vor Ort | 1 bis 2 Stunden |
| Zoo mit Afrykarium | online spart die Schlange am Eingang | ganzer Tag |
Tickets: Wrocław ist unkompliziert. Nur die Panorama Racławicka läuft streng nach Zeitfenstern, dort buchst du vorher über die Website des Nationalmuseums. Alles andere bekommst du an der Kasse. Bezahlt wird in Złoty, die Karte geht fast überall. Wenn dir das Terminal anbietet, in Euro abzurechnen, lehnst du ab und wählst Złoty, sonst zahlst du den Aufschlag der dynamischen Währungsumrechnung.
Gut zu wissen: Kathedrale, Elisabethkirche und Maria Magdalena sind aktive Gotteshäuser. Schultern und Knie bleiben bedeckt, während der Messe wird nicht besichtigt und nicht fotografiert, und die Türme bleiben dann zu. Praktisch wichtig ist auch die Schreibweise: Auf Fahrkarten, Bahnsteigen und Wegweisern steht immer Wrocław. Wo du danach isst, steht unter Essen und Trinken in Breslau, den Überblick über die Stadt gibt die Seite zu Breslau.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Breslau?
Zwei volle Tage reichen für das Zentrum: Rynek, Elisabethkirche, Maria Magdalena, Universität, die Inseln und die Dominsel am Abend. Am zweiten Tag kommen Panorama Racławicka, Nationalmuseum und die Jahrhunderthalle dazu. Ein dritter Tag lohnt sich, wenn du mit Kindern reist oder ins Umland willst. Für einen Tag bleibst du zwischen Rynek und Dominsel.
Welche Sehenswürdigkeiten in Breslau sind kostenlos?
Der Rynek, der Plac Solny, die Suche nach den Zwergen, die Brücken über die Oder, die Sandinsel und der Spaziergang über die Dominsel mit dem Laternenanzünder kosten nichts. Kirchen sind für Gläubige frei zugänglich, für Turmaufstiege zahlst du. Die Multimedia-Fontäne an der Jahrhunderthalle ist in ihrer Saison ebenfalls frei.
Wann ist die beste Reisezeit für Breslau?
Mai bis September. Der August ist mit einem Mittel der Höchstwerte von 25,5 Grad der wärmste Monat, bringt aber mit rund 80 Millimetern auch den meisten Regen. Der September liegt bei 20,7 Grad und hat mit 9 Tagen die wenigsten Regentage im Jahr. Im Mai sind es 19,2 Grad. Im Januar bleibt es mit 3,7 Grad am Tag grau und feucht.
Kann man Breslau gut zu Fuß erkunden?
Ja, besser als in den meisten polnischen Städten. Vom Rynek zur Dominsel läufst du eine gute Viertelstunde, alles Wichtige im Zentrum liegt in diesem Radius. Nur Jahrhunderthalle, Zoo und Panorama liegen weiter außen, dafür nimmst du die Tram. Das Pflaster ist uneben, feste Schuhe helfen mehr als jeder Tipp zur Route.
Wo findet man die Zwerge von Breslau?
Überall im Zentrum, meist auf Höhe der Knöchel. Dicht stehen sie rund um den Rynek, entlang der Ulica Świdnicka, an der Markthalle, an der Universität und am Hauptbahnhof. Karten und Apps gibt es, mit Kindern funktioniert es aber besser, einfach die Augen offen zu halten und mitzuzählen. Weit über achthundert Figuren sind es inzwischen.
Was muss man in Breslau vorher buchen?
Wenig. Die Panorama Racławicka arbeitet mit festen Zeitfenstern und ist an Wochenenden und in der Hauptsaison früh ausgebucht, das buchst du als Erstes. Für den Zoo lohnt sich das Onlineticket wegen der Schlange am Eingang. Alles andere klappt spontan. Bezahlt wird in Złoty, auch online.






