Niederschlesien · Breslau

Universität & Aula Leopoldina

Von außen ist das Hauptgebäude der Universität ein langer barocker Riegel an der Oder, dem du im Vorbeigehen wenig ansiehst. Innen liegt im ersten Stock die Aula Leopoldina, ein Festsaal von 1728 bis 1732, in dem Deckenfresken, Figuren, Säulen und Gold so ineinandergreifen, dass die meisten Besucher erst einmal stehen bleiben und nichts sagen.

Dazu gehören ein zweiter Saal, das Oratorium Marianum, und der Mathematische Turm mit Aussicht über die Dächer. Zusammen ist das die beste Stunde, die du in Wrocław drinnen verbringen kannst, und sie liegt zehn Minuten vom Rynek entfernt.

Universität & Aula Leopoldina
Foto: Wrocław Official from Wrocław, CC0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Gegründet1702 als Leopoldina, benannt nach Kaiser Leopold I.
  • Aula Leopoldinagebaut von 1728 bis 1732
  • Auch im HausOratorium Marianum und Mathematischer Turm
  • Lageam Oderufer, rund 10 Gehminuten vom Rynek
  • Dauer1 bis 2 Stunden

Von der Leopoldina zur heutigen Universität

1702 gründete Kaiser Leopold I. hier eine Jesuitenakademie, die nach ihm Leopoldina hieß. Das Hauptgebäude entstand in den Jahrzehnten danach auf den Fundamenten der alten Burg, mit einer Front von rund 170 Metern zur Oder hin. Aus der Akademie wurde im 19. Jahrhundert eine Volluniversität, und mehrere Nobelpreisträger haben hier gelehrt oder studiert.

1945 brannte das Gebäude aus, die Aula überstand den Krieg beschädigt, aber in ihren Grundzügen. Seit dem Herbst 1945 arbeitet hier die polnische Universität weiter, aufgebaut zu großen Teilen von Wissenschaftlern aus Lwów. Heute ist Wrocław eine der größten Studentenstädte Polens, und das prägt die Preise, die Lokale und den Ton in der Stadt.

Die Aula Leopoldina

Der Saal ist ein Gesamtkunstwerk: Deckenfresken, geschnitzte Emporen, Stuckmarmor und eine Reihe von Figuren, die Wissenschaften, Kaiser und Heilige darstellen. Alles zielt auf den Punkt über dem Katheder, an dem sich Malerei und Architektur ineinanderschieben und die Decke höher wirkt, als sie ist.

Nimm dir Zeit für die Details. Über den Emporen sitzen Figuren mit Zirkel, Buch und Instrument, und wenn du der Reihe folgst, liest du das Fächerverzeichnis einer Universität des 18. Jahrhunderts. Der Saal wird bis heute für Promotionen und Konzerte genutzt, dann bleibt er für Besucher geschlossen.

Oratorium Marianum und Mathematischer Turm

Ein Stockwerk tiefer liegt das Oratorium Marianum, ursprünglich Betsaal der Studenten, heute Konzertsaal. Es wurde 1945 schwer zerstört und nach alten Aufnahmen rekonstruiert, das Deckenbild ist eine Neuschöpfung. Die Akustik ist der Grund, warum hier regelmäßig Kammermusik gespielt wird.

Über eine enge Treppe geht es hinauf in den Mathematischen Turm. Dort saß im 18. Jahrhundert die Sternwarte, im Boden liegt eine Meridianlinie, mit der die Mittagszeit bestimmt wurde. Oben trittst du auf eine Galerie und siehst die Oder, die Inseln, die Türme der Kathedrale und die Dächer der Altstadt.

Tipp: Geh zuerst auf den Turm und dann in die Aula. Oben ordnest du die Stadt, unten hast du danach den Kopf frei für die Decke. Und wirf im Innenhof einen Blick auf den Brunnen mit dem Fechter, eine Bronzefigur von 1904, um die es einen ganzen Strauß von Studentenlegenden gibt.

Tickets: Aula, Oratorium und Turm werden vom Universitätsmuseum gemeinsam vermarktet, das Kombiticket bekommst du an der Kasse im Haus. Vorbuchen musst du nicht. Achte darauf, dass Universitätstermine vorgehen: Bei Promotionen, Prüfungen und Konzerten bleiben einzelne Räume zu, das steht am selben Tag am Eingang. Bezahlt wird in Złoty, Karte funktioniert.

Zur offiziellen Website der Universität

Was in der Nähe liegt

Direkt hinter dem Gebäude liegt die Oder mit dem Uferweg, von dem du auf die Sandinsel und weiter zur Dominsel kommst. In die andere Richtung sind es zehn Minuten zum Rynek, unterwegs stehen mehrere Zwerge, darunter einer, der sich mit dem Studentenleben beschäftigt. Wo du danach günstig isst, steht unter Essen und Trinken in Breslau, alle Orte der Stadt unter Breslau Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istGrößerer Andrang entsteht selten, dafür kann die Aula wegen einer Universitätsfeier ganz geschlossen sein. Frag dann nach dem Oratorium und dem Turm, die oft trotzdem offen sind, und komm am nächsten Vormittag wieder.
  • Wenn es regnetEines der besten Ziele bei schlechtem Wetter, weil alles unter einem Dach liegt. Nur die Turmgalerie ist offen, bei Sturm bleibt sie zu. In fünf Minuten Fußweg erreichst du die Markthalle als trockene Fortsetzung.
  • Mit KindernDer Saal begeistert Kinder selten, der Turm dagegen schon: enge Wendeltreppe, alte Instrumente, Aussicht. Mach den Turm zuerst und die Aula danach kurz, dann funktioniert der Besuch auch mit Grundschulkindern.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Erdgeschoss ist zugänglich, in die Aula im ersten Stock führt eine historische Treppe, und der Aufzug im Haus erreicht nicht jeden Raum. Der Mathematische Turm ist nur über eine enge, steile Treppe erreichbar und für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nichts.

Häufige Fragen

Kann man die Aula Leopoldina besichtigen?

Ja, der Saal gehört zum Universitätsmuseum und ist regulär für Besucher offen. Ein Ticket bekommst du an der Kasse im Haus, vorbuchen musst du nicht. Universitätsveranstaltungen gehen allerdings vor: Bei Promotionen, Prüfungen und Konzerten bleibt die Aula geschlossen, das erfährst du erst am selben Tag vor Ort.

Wie alt ist die Universität in Breslau?

Sie geht auf eine Jesuitenakademie zurück, die Kaiser Leopold I. 1702 gründete und die deshalb Leopoldina hieß. Das barocke Hauptgebäude entstand in den Jahrzehnten danach. Im 19. Jahrhundert wurde daraus eine Volluniversität. Seit dem Herbst 1945 arbeitet an gleicher Stelle die polnische Universität, aufgebaut vor allem von Wissenschaftlern aus Lwów.

Lohnt sich der Mathematische Turm in Breslau?

Ja, vor allem weil er selten voll ist. Oben hast du einen Rundblick über die Oder, die Inseln, die Kathedrale und die Altstadtdächer. Unterwegs kommst du an der alten Sternwarte mit der Meridianlinie im Boden vorbei. Die Treppe ist eng und steil, einen Aufzug gibt es nicht.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Ein bis zwei Stunden für Aula, Oratorium und Turm zusammen. Wer nur die Aula sehen will, ist in einer halben Stunde durch, sollte sich aber Zeit für die Figuren über den Emporen nehmen. Danach bietet sich der Uferweg an der Oder an, das ist die schönste Fortsetzung.