Auf einen Blick
- Regionalkluski śląskie, Rinderroulade, Rotkohl
- KlassikerPierogi, żurek, bigos, Kartoffelpuffer
- GünstigMilchbar (bar mleczny) und Mittagsangebote
- BezahlenZłoty, Karte fast überall
- Trinkgeldrund zehn Prozent, aufrunden ist üblich
Schlesisch: Klöße mit Delle
Das schlesische Sonntagsessen besteht aus drei Teilen: rolada wołowa, eine gerollte und geschmorte Rinderroulade, dazu modra kapusta, geschmorter Rotkohl, und kluski śląskie. Diese Klöße sind das Erkennungszeichen der Region: rund, hell, aus gekochten Kartoffeln und Stärke, mit einer Delle in der Mitte, in der die Soße stehen bleibt. Wer das einmal richtig gegessen hat, versteht die Delle.
Daneben findest du die polnischen Standards. Żurek ist eine säuerliche Suppe aus vergorenem Roggenmehl, oft mit Wurst und halbem Ei, in manchen Häusern im Brotlaib serviert. Bigos ist geschmortes Sauerkraut mit Fleisch, das mit jedem Aufwärmen besser wird. Placki ziemniaczane sind Kartoffelpuffer, herzhaft mit Gulasch oder süß mit Sauerrahm.
Pierogi: was in die Teigtaschen kommt
Pierogi ruskie sind mit Kartoffel und Quark gefüllt und heißen nicht nach Russland, sondern nach der Ruthenischen Region im Osten. In Breslau hat das einen Nachklang, denn nach 1945 kamen viele Bewohner aus Lemberg hierher. Daneben gibt es sie mit Fleisch, mit Sauerkraut und Pilzen, im Sommer süß mit Blaubeeren oder Erdbeeren.
Bestellt wird nach Stückzahl oder Portion, gekocht oder als odsmażane, also nachträglich in der Pfanne angebraten. Nimm die gebratene Variante, wenn du Röstaromen magst, die gekochte, wenn die Füllung im Vordergrund stehen soll. Für Vegetarier sind Pierogi ruskie und Kartoffelpuffer die verlässlichste Wahl. Mehr zur Küche des Landes steht auf der Seite polnische Küche.
Milchbar: die günstigste Mahlzeit der Stadt
Ein bar mleczny ist eine Kantine, die es seit der Volksrepublik gibt und die bis heute staatlich bezuschusst wird. Du liest die Tafel über der Theke, bestellst, bezahlst, holst dein Tablett selbst ab und stellst es hinterher zurück. Das Essen kommt schnell, die Portionen sind groß, und die Rechnung ist ein Bruchteil dessen, was du am Rynek zahlst.
Gut zu wissen: In Milchbars geht es ums Essen, nicht um Service. Karten werden meist akzeptiert, ein paar Häuser bleiben aber bei Bargeld, also hab ein paar Złoty dabei. Die Karte ist auf Polnisch, ein Übersetzer auf dem Handy hilft. Mittags ist es voll, das ist ein gutes Zeichen.
Studentenpreise und Mittagsangebote
Viele Lokale bieten werktags mittags ein festes Gericht mit Suppe an, ausgeschrieben als lunch dnia oder zestaw obiadowy. Das ist der beste Deal des Tages und oft die Hälfte des Abendpreises. Rund um die Universität und in den Vierteln außerhalb des Rings fällt der Unterschied noch deutlicher aus.
Tipp: Spar dir die Restaurants mit Speisekarten in sechs Sprachen und Personal, das dich von der Straße hereinbittet. Eine Gasse hinter dem Rynek isst du besser und zahlst spürbar weniger. Ein zweiter verlässlicher Ort ist die Markthalle: dort kaufst du Obst, Käse und Gebäck für unterwegs.
Wo du sitzt: vom Rynek bis ans Wasser
Rund um den Rynek stehen im Sommer die Terrassen dicht an dicht, das ist der teuerste Ort der Stadt, aber der Platz ist es abends wert. In den Gassen dahinter und am Plac Solny wird es günstiger. Nadodrze nördlich der Oder ist das Viertel für kleine Läden und Cafés ohne Reisegruppen.
Im Sommer verlagert sich alles ans Wasser. An den Oderufern und rund um die Malzinsel sitzen abends alle draußen, teils in Gärten, teils auf Booten, die am Ufer festgemacht sind. Von dort siehst du die Türme der Dominsel im letzten Licht.
Trinken, zahlen, Trinkgeld
Bier ist in Polen günstig und die Auswahl an kleinen Brauereien groß, fragt sich nur, ob du helles Lager oder etwas Kräftigeres willst. Wasser kommt im Restaurant aus der Flasche, gefragt wird nach gazowana oder niegazowana, also mit oder ohne Kohlensäure. Zum Kuchen bestellst du szarlotka, den Apfelkuchen, oder sernik, den Käsekuchen.
Achtung: Alkohol im öffentlichen Raum ist in Polen verboten, auch am Flussufer und im Park. In Gärten, Lokalen und auf Terrassen ist es selbstverständlich erlaubt. Bezahlt wird in Złoty: Lehne am Terminal die Abrechnung in Euro ab. Und wenn du beim Bezahlen „dziękuję“ sagst, während du das Geld übergibst, heißt das „stimmt so“, das Wechselgeld bekommst du dann nicht zurück.
Trinkgeld liegt bei rund zehn Prozent, in einfachen Lokalen rundest du auf. Wer danach noch Programm braucht, findet die Reihenfolge der Höhepunkte auf der Seite Breslau Sehenswürdigkeiten.
Häufige Fragen
Was muss man in Breslau unbedingt essen?
Die schlesische Kombination aus Rinderroulade, Rotkohl und kluski śląskie, den runden Kartoffelklößen mit der Delle. Dazu Pierogi in mindestens zwei Füllungen, einmal ruskie mit Kartoffel und Quark, einmal mit Fleisch. Als Suppe żurek, sauer und kräftig. Und wenn du Kuchen magst, szarlotka mit warmen Äpfeln.
Ist Essengehen in Breslau günstig?
Ja, deutlich günstiger als in Deutschland und auch günstiger als in Krakau. Am teuersten sind die Terrassen direkt am Rynek, eine Gasse weiter fällt der Preis spürbar. Am günstigsten isst du in einer Milchbar oder mittags mit einem festen Tagesgericht. Bezahlt wird in Złoty, Karte funktioniert fast überall.
Was ist eine Milchbar?
Eine bezuschusste Kantine aus der Zeit der Volksrepublik, die es bis heute gibt. Du bestellst an der Theke von einer Tafel, holst das Tablett selbst und räumst es zurück. Es gibt Suppen, Pierogi, Kartoffelpuffer und Milchspeisen zu sehr niedrigen Preisen. Die Karte ist auf Polnisch, manche Häuser nehmen nur Bargeld.
Bekommt man in Breslau vegetarisches Essen?
Ohne Probleme. Pierogi ruskie, Kartoffelpuffer, Kloßgerichte und Suppen auf Gemüsebasis stehen fast überall auf der Karte, dazu hat die Stadt eine lebendige Szene vegetarischer und veganer Lokale, vor allem rund um die Universität und in Nadodrze. Achte bei żurek und bigos darauf, dass sie meist mit Fleisch oder Wurst zubereitet werden.
Wie viel Trinkgeld gibt man in Polen?
Rund zehn Prozent im Restaurant, in einfachen Lokalen rundest du auf. Gib das Trinkgeld am besten in bar oder nenne dem Personal den Gesamtbetrag, bevor die Karte durchläuft. Sag nicht „dziękuję“ beim Übergeben des Geldes, wenn du Wechselgeld erwartest, denn das gilt als „stimmt so“.




